Holla die Waldfee! Oder wie sagt man so schön, wenn einen das Leben überrollt und man gar nicht mehr so richtig weiß, wo oben und unten ist?

Ich bin letzte Woche in Hanoi angekommen und die Stadt ist für mich eine echte Herausforderung. Und: ich kann nicht weg.

Nicht, weil ich nicht in den sauren Apfel der finanziellen Einbußen beißen will, sondern weil es sich total richtig anfühlt hier zu sein. Von außen sieht das bekloppt aus. Ich weiß. In mir ergibt das ganz viel Sinn.

Der innere Kompass

Ich weiß nicht, wie du dein Leben lebst.

Ich treffe meine Entscheidungen so: es fühlt sich gut an, also mache ich es. Alles, was sich nicht gut anfühlt, fällt weg. Mit oder ohne mein (bewusstes) Zutun. Immer. Es entsorgt sich von ganz allein.

Abschied und Veränderung gehört zum Leben.

Aber was macht man denn, wenn das Herz ein klares JA signalisiert und der Körper ganz verrückt durchdreht, weil die Situation riesiger Stress ist? Weil man Tag und Nacht mit allen möglichen Ängsten konfrontiert wird?

Der Jobwechsel, die Trennung, der Umzug – die großen Veränderungen, die uns allen schwer fallen, obwohl wir wissen, dass kein Weg daran vorbei führt.

Du hast die Wahl

Fest steht, dieser Zustand geht nicht lange gut und es gibt im wesentlichen nur zwei Möglichkeiten.

  1. Das JA übergehen und etwas machen, was den Körper wieder zur Ruhe bringt. Wahrscheinlich wird man ein Leben lang bereuen, dass man vor etwas geflüchtet ist, was eigentlich ganz klar war. Vor der Liebe (bzw. der eigenen Angst). Vor dem Jobwechsel, der Wachstum bedeutet hätte, den aber der Partner nicht wollte. Vor der Erfahrung, die einem hätte etwas beibringen können, was man am Ende auf anderem Wege sowieso nochmal aufgetischt bekommt. Frage jeden alten Menschen: es ist das schlimmste am Ende auf diesen Weg zurück zu blicken und zu bereuen, was man nicht getan oder versucht hat.
  2. Das JA akzeptieren und sich auf die Suche nach dem zu machen, was es hier zu lernen gibt. Schnell zu lernen und die eigenen Vorstellungen vom Leben der Situation anzupassen. Das loszulassen, was es loszulassen gibt. Sich Unterstützung zu suchen und sich zu verändern. Wer sich ein glückliches Leben auf die Fahnen geschrieben hat, wird daran nicht vorbei kommen.

Du kannst die Verantwortung übernehmen

Deine Art und Weise die Welt und deine Mitmenschen zu erleben und zu bewerten, ist nur deine Art und Weise. Sie ist nicht universell. Sie basiert auf deiner Konditionierung und es gibt immer dutzende Wege das zu verändern.

A bedeutet nicht für jeden B. Für manche bedeutet es C und für andere sogar Z. Wenn du mehrere Interpretationen von A zur Auswahl hast, kannst du die wählen, die für dich stimmig ist und dich weiter bringt.

Eine Garantie fürs unglücklich und krank sein ist, die Ursachen im Außen zu suchen und zu glauben, dass irgendwas im Außen dafür verantwortlich ist, wie du dich fühlst.

Wenn du etwas nicht kannst, was für andere Menschen überhaupt kein Problem zu sein scheint, dann gibt es immer die Möglichkeit es zu lernen. Das Nervensystem um zu trainieren und sich damit ein Stück mehr Freiheit zu erarbeiten.

Es ist immer deine Reaktion, die auf deiner Interpretation und deiner Bewertung beruht.

Die Dinge sind, wie sie sind.

Andere Menschen sind, wie sie sind und es ist das Gegenteil von Liebe, wenn sie sich dir anpassen müssen. Es ist auch das Gegenteil von Liebe, wenn du dich anderen Menschen anpassen musst.

Das einzige, worauf du immer Einfluss hast, ist deine Reaktion.

Du wirst immer irgendwo mit irgendjemandem sein und irgendwas tun.
Du wirst immer irgendwo warten, stehen, sitzen, liegen und leben.

Du wirst bis zum Tag deines Todes alles überleben – auch wenn du bis dahin glaubst, dass du das für dich vorgesehene Ende irgendwie verhindern kannst. Du kannst es versuchen, aber es kommt sowieso dann, wenn die Zeit für dich reif ist und das entscheidest nicht unbedingt du.

„Inner peace begins the moment you chose not to allow another person or event to control your emotions.“
Pema Chödrön

Natürlich gehört die Angst zum Leben. Aber wieviel von der Angst, die du erlebst, erhält dich wirklich am Leben und wieviel davon lähmt dich ins Unglück, in die Depression?

Das Ding ist: je weniger du von dem bewertest, was um deinen Körper herum passiert, desto weniger Stress erlebst du.

Eigentlich ganz einfach, oder?

Und nun braucht es nur ein wenig Übung.

Es ist wie lesen lernen. Versprochen.

Die Methoden sind da.