„Geh du voran“ sagte die Seele zum Körper „auf mich hört er nicht.“
„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für dich haben.“
sagte der Körper zur Seele.

Ulrich Schaffer, Fotograf und Schriftsteller 

Krank zu werden ist der letzte Schritt in einer Entwicklung, die oft schon vor grauer Vorzeit ihren Anfang genommen hat.

In der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie forscht man genau nach diesen Ursachen.

Als ich vor drei Jahren entdeckte, was die psycho-sozialen Ursachen für meine Allergien und Unverträglichkeiten sind, habe ich die Füße in die Hand genommen, um sie zu beseitigen.

Eines der wesentlichen Themen für Allergiker ist die Fähigkeit sich abgrenzen zu können. Die Unfähigkeit Grenzen auf psychischer und emotionaler Ebene zu setzen, führt unweigerlich zur Verschlimmerung von sämtlichen Allergien. Wer keine Luft mehr bekommt, der bekommt Asthma.

Grenzen setzen ist mehr als Nein zu sagen. Allein das fällt ja oft genug schon schwer. Es ist ein Gefühl von innerer Freiheit zu jeder Zeit das tun zu dürfen und zu können, was sich für dich in diesem Moment richtig anfühlt. Und in der Lage zu sein, das auf ruhige und sachliche Art und Weise zum Ausdruck zu bringen.

Für mich ist es die Erlaubnis, ich selbst zu sein.

Aber was bedeutet das eigentlich?

Bei meinen Klienten erlebe ich immer wieder, wie Glaubenssätze zur eigenen Person und dem, was sie zu leisten haben, den Körper zu einer Zwangspause zwingen.

Ängste, Unsicherheiten, überzogene Anforderungen an sich selbst und das ständige Gefühl, dass man nicht Herr (oder Frau) seines Lebens ist, sondern jemand anderes den Takt vorgibt.

All diese Gefühle kenne ich selbst aus meinen Allergiker-Zeiten nur zu gut und ich bekomme sie im Coaching immer wieder gespiegelt.

Heute teile ich ein Geheimnis mit dir.

Es war auf psychischer Ebene für mich ganz schön harte Arbeit allergiefrei zu werden. Aber ich bin den Weg nicht allein gegangen, sondern habe ebenfalls alle möglichen Coachings und Therapien in Anspruch genommen, um mich von diesen Themen zu befreien.

Ich denke heute, dass der schwierigste Punkt für mich war, mich von dem Gefühl zu befreien, dass jemand anderes meine Entscheidungen trifft. Selbst (wieder) Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

In gewisser Weise arbeite ich noch heute daran, denn meine Reise ist noch lange nicht zu Ende, obwohl ich schon lange  symptomfrei bin.

Es spielt bei diesem Thema keine Rolle, ob es deine Eltern sind, bei deren Aussagen du ständig das Gefühl hast, dass sie dich bevormunden oder dein Partner, dein Chef oder andere Menschen in deinem Umfeld.

Ich habe das Gefühl bei quasi allen Menschen gehabt und mich deshalb mehr und mehr zurückgezogen.

Manchmal ist subjektiv auch wirklich Verletzendes passiert und es ist extrem schwer der auslösenden Person eine gute Absicht (für sich) zu unterstellen.

Ich habe für mich herausgefunden, dass diese Verletzungen lediglich etwas sind, was mir den Weg zu weiterer Entwicklung zeigt.

Auf seelischer Ebene. Und nach Möglichkeit lange bevor sie meinen Körper vorschickt.

Kennst du das?

Ich habe in den letzten Wochen einiger solcher Frauen gesprochen und ich möchte dir aus dieser Erfahrung heraus ein paar Fragen mit in die Woche geben.

Sie können dir einen ersten Start ins Thema bieten und dazu führen, dass du deine versteckte Kraft, dich im Leben liebevoll zu behaupten und durchzusetzen, entfesseln kannst.

  • Mit wem habe ich immer wieder Probleme in meinem Leben?
  • Wer hat mich in meinem Leben (stark) verletzt?
  • Von wem fühle ich mich immer wieder unterdrückt oder bevormundet?
  • Kenne ich die Probleme aus meiner Kindheit und Jugend?
  • Kennt einer meiner Eltern diese Probleme aus seinem Leben?
  • Kennt einer meiner Großeltern diese Probleme aus seinem Leben?
  • Welche Verhaltensweisen/Reaktionen entstehen daraus (Rückzug, Konfrontation, schlechte Gefühle…)?
  • Wie würde ich in Zukunft auf emotionaler Ebene gern reagieren, wenn mir jemand reinredet oder meinungsstärker ist, als ich?
  • Wie kann ich selbst stärker, selbstbewusster, sicherer werden?
  • Wie lassen sich Blockaden auflösen?
  • Wer könnte mir dabei helfen diese Fähigkeit zu entwickeln?

Manchmal reichen die Ursachen für unsere Verhaltensweisen, unsere emotionalen Reaktionen und damit auch unsere gesundheitlichen Probleme weit in unsere Ahnengeschichte zurück.

Sie sind das unbewusste Erbe unserer Familien.
Und sie müssen dort aufgelöst werden, wo sie entstanden sind.

Der Schmerz der Großmutter, der sie zu Lebzeiten zu einer zickigen Hexe werden ließ, ist nicht deiner. Aber er löst vielleicht heute in dir unerwünschte emotionale Reaktionen und Verhaltensweisen aus.

Bestimmt hast du schon gehört, dass Allergien halt erblich sind. Da kann man nichts machen.

Diese Ansicht habe ich längst über Bord geworfen. Erblich sind bei mangelnder Aufarbeitung familiäre Verstrickungen und Verletzungen aus unserem eigenen Leben und dem Leben unserer Vorfahren.

Sie setzen sich über Generationen fort und produzieren immer wieder die gleichen Probleme.

Frauen, die mir schreiben, dass ihr Kind so starke Allergien hat, schicke ich in der Regel zur Familienaufstellung. Wer übertritt hier die Grenzen von wem und warum ist das so? Und dann auflösen bitte und in Zukunft anders verhalten, anders fühlen und anders verstehen. Das geht zum Beispiel gut mit regressiver Hypnose.

Dann ziehen sich auch die körperlichen Beschwerden zurück.

Möchtest du zu diesem Thema weiterlesen? 

Dann kann ich dir das Buch Dieser Schmerz ist nicht meiner: Wie wir uns mit dem seelischen Erbe unserer Familie aussöhnen von Mark Wollyn nur wärmstens empfehlen.

Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in die Woche!

 

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