In der letzten Woche hatte ich an meine Newsletter-Abonnenten eine Umfrage verschickt und wollte von meinen Lesern wissen, was denn ihre Fragen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung bei Allergien, Unverträglichkeiten und Auto-Immunkrankheiten sind.

Ich wollte mir das Thema ja lange auch nicht ansehen. Was soll mein Sein denn damit zu tun haben, dass mein Immunsystem verrückt spielt?

Auf meinem Weg habe ich gelernt, dass ich keine Chance haben werde meine Allergien und Unverträglichkeiten in den Griff zu bekommen, wenn ich mich damit nicht auseinandersetze, wer ich bin.

Ich weiß noch genau, was mein erstes Buch zu diesem Thema war: „Gefühle verstehen, Probleme bewältigen“ – der Titel sprang mich in der Buchhandlung förmlich an. Probleme hatte ich damals nämlich genug.

Heute möchte ich etwas mit dir teilen, was mir in der ganzen Zeit immer noch am wichtigsten erscheint.

1. Du hast Gefühle und egal, ob sie wunderschön oder nicht so schön sind: sie gehören zum Mensch sein dazu. Wir alle empfinden Freude, Trauer, Angst, Wut, Scham. Jeder von uns. Zeigen können es die wenigsten, aber es ist in jedem von uns.

2. Die nicht so schönen Gefühle sind dein Wegweiser ins Glück, denn sie zeigen dir, wo etwas in deinem Leben nicht stimmig mit deinem Selbst ist.

3. Wenn du dein Leben so veränderst, dass es sich die ganze Zeit richtig gut und stimmig anfühlt, dann verschwinden deine Allergien und Unverträglichkeiten.

Aber warum ist das so?

Allergien sind ein Zeichen dafür, dass dein Körper sich gegen etwas wehrt, gegen das du dich in Worten oder Taten noch nicht wehren kannst oder mit dem du in Unfrieden bist (Pollen = Sexualität, Fortpflanzung; Hausstaub = Dreckiges; usw.)

Nehmen wir mal an, dass du in einem Job feststeckst, bei dem du jeden Montag morgen stöhnst und am Freitag froh bist, dass endlich wieder eine Woche vorbei ist.

Dieser Job hat nichts mit dir zu tun. Er verdient deine Miete, aber er verstößt ansonsten gegen all deine Werte und das, was du dir tief in deinem Inneren für dein Leben wünschst.

Wenn du nicht handelst und diese Situation „aussitzt“, dann befindest du dich im chronischen Stress. Dein Körper reagiert die ganze Zeit, ob du das bewusst willst oder nicht.

Und eines Tages serviert er dir die Rechnung: Allergien (fehlende Abwehr), Unverträglichkeiten (verschluckte Emotionen) oder Auto-Immunerkrankungen (Selbstzerstörung).

Nein sagen zu können, braucht Mut und Selbstbewusstsein

Glaub mir, auch ich bin Mensch. Ich kann nicht immer das aussprechen, was meinen Werten und dem Bild von meinem perfekten „Ich“ entspricht.

Der Grund dafür ist Angst. Wir alle haben Angst.
Angst nicht genug zu sein. Angst nicht wertvoll zu sein. Angst nicht dazuzugehören. Angst zu versagen. Angst …. Angst, Angst.

Mich überrascht sie immer wieder.

Heute bin ich zum Beispiel voller Power und Mut und Zuversicht in ein schwieriges Gespräch gegangen und dann ist etwas passiert, was mich völlig überrollt hat.

In mir stieg trotz intensiver Vorbereitung eine solche existenzielle Angst auf, dass mein Mund plötzlich Dinge von sich gab, die völlig gegen meine Werte verstoßen. Gewissermaßen habe ich mich selbst verleugnet. Nur warum?

In diesem Fall ging es für mich um eine Prägung aus meinem Elternhaus. Eltern sagen die komischsten Dinge, wenn sie selbst überfordert sind.

„Wenn du [soundso] bist, dann will ich mit dir nichts mehr zu tun haben.“ war der Satz, der bei der Reflexion bei mir hochkam.

Für ein Kind eine wahre Katastrophe, denn es ist auf den Schutz der Eltern angewiesen. Also bemüht es sich aus reinem Überlebenstrieb anders zu sein.

So, dass es nicht verstoßen wird, denn Verstoß bedeutet im Leben unserer Vorfahren schlicht Tod.

Wir alle tragen solche Dinge in uns. Du sollst so sein und nicht so, denn sonst liebe ich dich nicht mehr. Sonst fällst du mir zur Last, sonst bist du für mich anstrengend und schwierig. Sonst darfst du nicht mehr dabei sein.

Aber was ist, wenn das, was unsere Eltern oder unser Umfeld von uns erwartet, gegen das spricht, was und wer wir eigentlich sind?

Wir alle sind Individuen. Wir alle tragen ein eigenes Herz, eine eigene Seele in uns, die vielleicht nichts mit dem zu tun hat, was unsere Eltern und unser Umfeld sich überhaupt nur vorstellen können. Auch sie sind „Opfer“ ihrer Prägungen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass wir das nicht sein dürfen.

Unsere Welt heute ist anders als noch vor 100 Jahren.

Wer seine bereits auf den Körper übertragene immunologische Abwehr oder Selbstzerstörung beenden will, der darf sein Leben in die Hand nehmen, seine Werte selbst definieren und alles daran setzen sie leben zu dürfen und zu können.

Wir haben alle Möglichkeiten – auch dann, wenn wir sie manchmal nicht sehen können, weil um uns herum alle Scheuklappen tragen.

Wie soll das denn gehen? 

Ja, genau das ist Persönlichkeitsentwicklung. Ent-wickle DEINE Persönlichkeit. Mach dich frei von den Verletzungen und Erwartungen deiner Eltern, Großeltern und deines Umfelds und finde heraus, wer du wirklich bist.

Als kleinen Starter gebe ich dir 3 Fragen oder kleine Bewusstseinsveränderungs-Aufgaben mit in die Woche:

  1. Wie fühlt sich Angst in deinem Körper an? Wo spürst du sie?
  2. In welchem Lebensbereich ist sie besonders stark?
  3. In welchen Situationen spürst du sie?
  4. Mit was versuchst du sie zu unterdrücken (Schokolade, Chips, Zigaretten, ….)?
  5. Lege deine Hände auf dein Herz, schließe die Augen und warte, was in dir aufsteigt. Vielleicht eine Situation aus der Kindheit, in der du das Gefühl schon einmal so erlebt hast.
  6. Erzähle dir die Geschichte neu, so, dass sich die Situation für dich gut anfühlt.

In meinem Beispiel von oben wäre das: „Wenn du [soundso] bist, dann liebe ich dich so, weil du ganz du selbst bist.“

Unser Gehirn ist ein Meisterwerk. Es macht keinen Unterschied, ob etwas tatsächlich so passiert ist oder ob wir es uns so vorstellen. Unsere Erinnerung ist ohnehin subjektiv und nur ein winziges Fragment dessen, was WIRKLICH passiert ist.

Magst du es ausprobieren? 

Dann mal los. Es beginnt mit der Erlaubnis an dich selbst, Angst zu haben. Ich erlaube es dir. Es ist heilsam sie zu spüren und dann für immer loszulassen.

 

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