• Deutschland gehört offiziell zu den Ländern, in denen am meisten Fruchtsaft getrunken wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse, die den Getränkekonsum in 187 Ländern untersucht.
  • Ein Glas Apfelsaft enthält genauso viel Zucker wie ein Glas Cola – was aus Fruchtsaft ein ebenso problematisches Getränk macht.
  • Der Milchkonsum in Deutschland ist geringer als in vielen anderen europäischen Ländern.

Dass wir Deutschen Fruchtsaft und Softdrinks mögen, ist schon lange bekannt. Nun hat eine Studie der „Global Burden of Diseases Nutrition and Chronic Diseases Expert Group (NutriCoDE)“ in der der Saft- und Softdrinkkonsum analysiert wurde gezeigt, dass wir im weltweiten Vergleich besonders bei Fruchtsaft gern zulangen. Fruchtsaft wird auch hierzulande gern als gesunde Alternative vermarktet, enthält aber effektiv genau so viel Zucker, wie die meisten blubbernden Softdrinks.

So kommen wir laut dieser Studie zusammen auf rund 400ml gezuckerter Getränke am Tag, was rund 40 Gramm Zucker bzw. 13 Würfelzucker entspricht. Hinzu kommen durchschnittlich 2 Würfelzucker aus durchschnittlich 125ml Milch, die jeder Deutsche am Tag verzehrt. Das entspricht insgesamt 15 Stück Würfelzucker – ohne, dass wir auch nur eine Scheibe Brot, ein Stück Kuchen oder etwas anderes süßes gegessen haben. Die WHO empfiehlt täglich 9 TL/Stück Würfelzucker als sichere Obergrenze bei der nicht mit gesundheitlichen Konsequenzen zu rechnen ist.

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Die Studie, die insgesamt 196 Untersuchungen aus 187 Ländern auswertet, gibt auch einen Hinweis auf das sogenannte Asien-Paradoxon, das vor allem in veganen Kreisen immer wieder angeführt wird. Dem zufolge sind die Zivilisationskrankheiten in Asien nicht so stark ausgeprägt, wie in Europa und dem Rest der westlichen Welt. Und das, obwohl sehr viel kohlenhydrathaltiger Reis gegessen wird. Vor allem China muss hier immer wieder als Beispiel herhalten. Schaut man sich die Karte an, stellt man schnell fest, dass auch der Softdrink, Fruchtsaft und Milchkonsum in den asiatischen Ländern sehr gering ist. Ähnliches gilt übrigens auch für Schokolade und andere Süßigkeiten, die bei uns zum Alltag gehören. Es geht also um wesentlich mehr als nur die Frage nach Reis und Kartoffeln.

Natürlich sind wir nicht gegen Obst. 1-2 Portionen pro Tag sind völlig in Ordnung. Aber wenn wir das Obst auspressen, es mit Konservierungsstoffen und für den Geschmack vielleicht sogar noch mit Zucker anreichern und in wenigen Minuten trinken, dann hat das auf uns weder einen sättigenden Effekt noch liefert uns das die Ballaststoffe, die wir brauchen um mit dem Zucker aus dem Obst umzugehen.

Was denkst du? Ist Fruchtsaftkonsum ein Problem in Deutschland?

 

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