Dieser Artikel ist ein Gastartikel unseres Lesers Frank Linnhoff. Frank Linnhoff lebt an der französischen Atlantikküste, wo er sich dem kreativen Müßiggang widmet. Seinen Blog zum Thema Diabetes findest du hier: zuckerkrankwasnun.blogspot.de

Vom Diabetes befreit: Frank Linnhoff

Im Januar 2015, einige Monate nach meinem 67. Geburtstag, war es soweit: Diagnose Typ-2-Diabetes. Mit einem Nüchtern-Blutzucker von 450 mg/dl und einem HbA1c von 13,7 % hatte es mich heftig erwischt (als diabetisch gilt ein Nüchtern- Blutzucker ab 125 mg/dl und ein HbA1c ab 6,5%). Panik stieg in mir auf, obwohl ich seit Jahren damit gerechnet hatte, irgendwann mit dieser Diagnose konfrontiert zu werden; denn mein Bruder, Vater und Großvater waren Typ-2-Diabetiker, schon seit 25 Jahren lag mein Nüchtern-Blutzuckerwert an der Grenze zu Diabetes und es war mir nicht gelungen, mein hohes Übergewicht dauerhaft zu reduzieren.

Trotz kalorienreduzierter „gesunder Mischkost“, die ich in diversen Hungerkuren unter ärztlicher Aufsicht erlernt hatte und an welche ich mich stets gehalten hatte, war das Damoklesschwert Diabetes auf mich niedergegangen.

Ich wollte mehr über diese Krankheit wissen und begann, im Internet zu suchen. Dabei stieß ich das PDF-Dokument des Buches „Leben ohne Brot“ des Internisten Dr. Wolfgang Lutz. Ich war derart gefesselt von dem, was ich da erfuhr, dass ich das etwa 250 Seiten umfassende Dokument in einem Rutsch durchlas. Später habe ich es als Buch gekauft und noch oft konsultiert, um mir das komplexe Zusammenspiel unserer verschiedenen Hormondrüsen ins Gedächtnis zu rufen. Dr. Lutz hatte seit Ende der 1950er Jahre viele tausend seiner Patienten von Typ-2- Diabetes befreit, indem er ihnen eine konsequent kohlenhydratarme und fettreiche Ernährungsweise verordnete. Seine Ausführungen hatten mich überzeugt. Ich kaufte ein Blutzucker-Messgerät und aß von nun an strikt kohlenhydratarm und fettreich.

Der Erfolg war umwerfend: innerhalb einer Woche fiel mein Nüchtern-Blutzuckerwert von 450 mg/dl auf 160 mg/dl. Jetzt, ein Jahr später, ist er dauerhaft unter 110 mg/dl.

Der HbA1c fiel im Abstand von je 4 Monaten von ursprünglich 13,7 % auf 7,7 %, dann auf 6,5%, dann auf erfreuliche 6,0%. Bei der nächsten Analyse wird er sicherlich 6,0% unterschreiten. Lebensenergie, Lebensfreude, körperliche Kraft sind zurück, dazu ein erholsamer Nachtschlaf und die Freude an Bewegung. Blutdruck und Blutfettwerte haben sich normalisiert. Meine Leibesfülle und Leber schrumpfen. Die Paradontitis ist geheilt, die zu große Prostata hat sich zurückentwickelt, Hämorriden und Blähungen sind
verschwunden, kein Durchfall und keine Verstopfung mehr. Das Ödem unter dem Knie ist verschwunden. Meine Haut ist straffer und fester, mein Haar fülliger. Ich singe, tanze, male, schreibe wieder mit Leichtigkeit und viel Freude. Das Leben meint es gut mit mir. Ich hatte schnell gelernt, mit wenig Aufwand wohlschmeckende und abwechslungsreiche LCHF-Mahlzeiten zu zubereiten. Fett ist in der Tat ein wunderbarer Geschmacksträger. Seitdem ich nicht mehr an Butter spare, esse ich viel mehr Gemüse und erstaunlicherweise eher weniger Fleisch.

Ja, es ist so, LCHF passt ganz einfach zu mir.

 

Leben ohne Brot. Die wissenschaftlichen Grundlagen der kohlenhydratarmen Ernährung
  • Wolfgang Lutz
  • Herausgeber: Informed
  • Auflage Nr. 16 (01.06.2004)