veggie ZutatenAuch wenn es zahlreiche positive Aspekte gibt, die für eine pflanzliche Ernährung sprechen, gibt es für mich persönlich nur eine einzige Motivation keine Tiere zu essen: mein Respekt gegenüber dem Leben. Es vergeht kein Tag, an dem es mich nicht im Herzen trifft, wie Menschen mit Tieren umgehen bzw. sie für Genusszwecke, Mode und Kosmetik ausbeuten. Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie viel Leid so wundervollen Geschöpfen bewusst aufgebürdet wird. Aus meiner Sicht müssten selbst weniger feinfühlige Personen erkennen, dass Tiere Angst und Schmerzen bewusst empfinden. Ich habe früher auch Fleisch gegessen und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man den Geschmack schätzt, allerdings kann ich in keinster Weise verstehen, auf welche Art tierische Lebensmittel produziert werden. Allein das Wort “Produktion“ erscheint mir in diesem Zusammenhang sehr fragwürdig, wenn es um sensible Lebewesen gibt. Meiner Meinung nach sollte jede Person, die Fleisch oder tierische Produkte essen möchte, die Verantwortung für sich selbst und das Tier tragen. Nur weil etwas aus juristischer Sicht einwandfrei ist und “es die meisten anderen ja auch tun“ heißt es noch lange nicht, dass es aus moralischer Sicht okay ist. In der Lebensmittelproduktion werden Schweine, Kühe, Lämmer und Co. als Ware eingestuft und diesen Aspekt nutzen viele, ein kleines Ferkel als nichts mehr als späteren Schnitzellieferanten oder ein Kalb als Leberwurst zu betiteln. Die physischen und psychischen Qualen der Massentierhaltung und der häufig nicht sachgemäßen Schlachtung im Sekundenschlag werden eiskalt ausgeblendet oder sogar bewusst geduldet.

Spaghetti mit Kürbis-Sugo opti

Dadurch dass wir unsere Augen verschließen, wird das Leid nicht geringer

Es zerreißt mich innerlich, wenn ich darüber nachdenke, dass täglich Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet werden, weil sie nicht in der Lage sind, für den Menschen Eier zu legen. Und das alles nur, damit jeder stets so viele Eier kaufen kann, wie er möchte. Und dass die Kälber – unter Schreien der Mutter – nach der sicher schmerzhaften Geburt entrissen werden, nur damit der Mensch genug Milch trinken kann, macht mich sprachlos. Mir stockt der Atem wenn ich lese, dass Schweine aus der Massentierhaltung nur ein einziges Mal die Sonne sehen, und zwar dann, wenn sie ihren letzten Weg zum Schlachthof antreten. Besonders schlimm finde ich die Äußerung in puncto Massentierhaltung, dass die Tiere ja sowieso sterben müssen und es dann doch egal ist, wie sie leben. Diese Aussage habe ich schon oft gehört und es macht mich fassungslos. Wir müssen alle sterben, aber es kommt doch gerade auf die Phase zwischen Geburt und Tod an.

Fruchtiger Salat

Gruppenphänomen – Veggies in der Öffentlichkeit

Als ich bereits kein Fleisch mehr aber noch hin und wieder Fisch gegessen habe, wurde ich häufig mit dieser Frage konfrontiert: „Ach und die armen Fische tun dir nicht leid?“ Anstatt dass Menschen ihr Verhalten selbst reflektieren und wertschätzen, dass jemand aus Tierliebe bereits auf einen großen Teil bewusst verzichtet, lieben es viele, einen mit angezogenen Mundwinkeln vorzuführen. Besonders wenn sie die starken Stimmen der Mehrheit im Rücken haben. Mittlerweile führe ich solche Diskussionen gar nicht mehr, weil sie Energie rauben. Genau das Gleiche, wenn Leute die Pelz tragen (der den Tieren übrigens nach einem qualvollen Leben im Käfig zu einem großen Teil lebendig abgezogen wird) den Fragesteller darauf hinweisen, dass er ja selbst Leder trägt oder sofort die Frage äußern, ob er Fleisch isst. Eine Person mit gutem Gewissen hat es nicht nötig, seine Schwächen und Fehler durch solche Art von Rückfragen zu überdecken. Jeder ist selbst für sein Verhalten verantwortlich. Da häufig kritisiert wird, dass vegan lebende Personen auf eine belehrende oder sogar aggressive Weise versuchen, andere von einer rein pflanzlichen Ernährung zu überzeugen, möchte ich noch Folgendes kurz anmerken: Ich ertappe mich auch hin und wieder dabei, manchmal etwas zu energisch zu regieren, wenn mir eine Person sagt, dass sie tierlieb ist, aber beim Kauf von Fleisch nicht hinschaut, woher es kommt. Vermutlich braucht jeder seine Zeit zu erkennen, dass es vorgelebte Muster der Kindheit neu zu interpretieren gilt. Es geht mir keinesfalls darum, dass niemand mehr Fleisch essen darf, aber ich möchte gerne so viele Personen wie möglich sensibilisieren, genau hinzuschauen und wenn, nur „glückliche Tiere zu essen“. Ich bin mir sicher, dass das hin und wieder kritisierte aggressive Auftreten von veganen Personen daran liegt, dass sie zutiefst im Herzen irritiert sind, was hinter verschlossen Türen mit Tieren passiert. Denn aus psychologischer Sicht kann sich Traurigkeit und Verzweiflung kompensatorisch auch in Wut äußern und im persönlichen Gespräch mit einem wenig sensiblen Gesprächspartner ist das “fleischessende“ Gegenüber auf emotionaler Ebene in diesem Moment der Verursacher des Leids.

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Vegan oder veggie?

Ich lebe (noch) nicht vegan und ich liebe Käse, Quark und Co. Eier möchte ich erst dann wieder essen, wenn ich selbst mal Hühner halten kann. Bei Milch und Co. schaue ich genau hin, woher die Nahrungsmittel kommen und ob die Tiere ein gutes Leben führen. Für mich sind diese Lebensmittel ein ganz kostbares Geschenk, welche ich in kleiner Menge bewusst genieße. Aufregen kann ich mich diesbezüglich über die Kritiker die sagen: “Ich kaufe keine Bio-Qualität sondern konventionelle Produkte, weil die Verbraucher doch sowieso irre geführt werden und Bio nur eine Täuschung ist, um Geld zu verdienen“. Natürlich gibt es auch in der Biobranche schwarze Schafe wie immer, wenn Menschen Geld fokussieren. Dennoch ist die Mehrheit der ökologischen Betriebe aufgrund der strengen Kontrollen vertrauenswürdig und wer aufgrund der wenigen “moralischen Verbrecher“ Bio im Regal stehen lässt, schadet genau denen, die unsere Hilfe dringend brauchen: den Tieren. Genau wie Personen die aufhören zu spenden, weil einige Spendengelder nicht ankommen und sie sich darauf berufen, dass sie ihr Geld keinen Gaunern hinterher schmeißen. Ein gewisses Maß an Vertrauen sollte jeder schon aufbringen können, ohne Tomaten-Tulpen odabei aufzuhören, genau hinzuschauen und Dinge kritisch zu hinterfragen. Ich denke, dass diese Menschen, die immer nur das Böse in anderen sehen und daher ihre Hilfe einstellen, sich selbst reflektieren und erkennen sollten, das genau dieses Verhalten das große Leid dieser Welt induziert. Wir dürfen nicht aufhören, allen Schwächeren bzw. Hilfebedürftigen unsere Stimme zu geben, um sie zu schützen. Jeder trägt selbst die Verantwortung zu schauen, wo Fleisch, Milch und Co. herkommen. Für mich habe ich den Anspruch jeden Tag in jeder Hinsicht mit reinem Gewissen in den Spiegel zu schauen und immer dann, wenn ich Fehler mache, diese zu reflektieren und daraus zu lernen. Natürlich hat jeder die Möglichkeit selbst zu entscheiden, was er essen möchte. Ich wünsche mir allerdings von Herzen, dass es weiter immer mehr Menschen gibt, die respektvoll und liebevoll mit Tieren umgehen und genau hinschauen, woher tierische Lebensmittel kommen. Mein Fokus wird weiterhin darauf liegen zu zeigen, wie gesund und genussvoll vegetarische Gerichte sein können und dass es keinesfalls ein Verzicht sondern eine herzerwärmende und noch dazu köstliche Geste des Mitgefühls ist. Das ist meine persönliche Beihilfe zum Tierschutz.