Ende 2015 war es soweit: die wissenschaftlich schon lange nicht mehr haltbare Beschränkung der täglichen Cholesterinzufuhr wurde in den neu veröffentlichten Ernährungsrichtlinien der USA nicht mehr mit aufgenommen. Für alle US-Bürger gilt seitdem, dass so viele Eier auf dem Frühstückstisch landen dürfen, wie man eben so runter bekommt.

In Low-Carb und Paleo-Kreisen wird still triumphiert. Weiß man doch hier schon lange, dass das Cholesterin den Cholesterinspiegel im Blut nur unwesentlich beeinflusst und jahrelanger Zuckerkonsum einen viel deutlicheren Anstieg hervorruft.

Einen sehr interessanten Aspekt zu diesem Thema brachte gestern Abend aber das ARD Wissenschaftsmagazin Quark + Co. ins Spiel.

In dem rund 4-minütigen Beitrag erklärt der öffentlich-rechtliche Sender, wie es durch Ancel Keys und seine Thesen zur Verteufelung der Eier auf unserem Frühstückstisch kam. 2-3 Eier pro Woche waren seit den 70er Jahren das höchste der Gefühle. In den 80er Jahren galt ein Gesamtcholesterinspiegel von über 280 mg/dl noch als „gefährlich“, d.h. er begünstigt das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. In den 90er Jahren gelang den sogenannten Cholesterin-Senkern, also Statinen, der Durchbruch. Immer neue Medikamente wurden entwickelt, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen mit dem erhöhten Cholesterinspiegel der Menschen deutlich senken sollten.

Die empfohlenen Grenzwerte wurden seither immer weiter herabgesetzt. Galt 1967 in den USA noch ein Grenzwert von 310mg/dl, war 1993 nur noch 200mg/dl akzeptabel. Auch Deutschland zog Ende der 90er Jahre nach und senkte den Grenzwert auf 200mg/dl.

Mit diesen Werten wurde über Nacht die Hälfte der Bevölkerung behandlungsbedürftig.

Ein Gewinn vor allem für die Pharmaindustrie, denn die Cholesterinsenker spülen den Konzernen ordentlich Umsätze in die Kassen. Wie Quarks berichtet, summierten sich schon 1997 die Umsätze mit Lipitor bzw. Sortis für den Pharmariesen Pfizer auf rund 10 Mrd. USD Umsatz pro Jahr. Es ist damit das umsatzträchtigste Medikament aller Zeiten.

Doch das Spiel funktioniert im Patentrecht keine Ewigkeit, denn 2011 lief der Patentschutz für den Chemieriesen aus und billigere Generika bescheren Pfizers Cash Cow deutliche Umsatzeinbrüche.

2015 also, nur 4 Jahre nach dem Ablauf des Patentschutzes, kommen die neuen Ernährungsrichtlinien raus, die keine Grenzwerte mehr für Cholesterin beinhalten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Luise Light, ich hör dich rufen!