Energie-BarsFür das süße Verlangen zwischendurch kann es natürlich auch mal ein Schokoriegel sein. Wer allerdings häufig Appetit auf liebliche Köstlichkeiten verspürt, kann seine erwartungsfreudigen Geschmackszellen auch mit vollwertigeren Alternativen schmeicheln. Während bereits der beherzte Biss in einen Apfel oder eine Banane das „zuckersüße“ Verlangen stillen kann, verlangen leere Energiereserven manchmal nach einer Extraportion nährstoffreicher Genussmomente. Wer nicht auf industriell gefertigte Müsliriegel – häufig reich an Kristallzucker, gesättigten Fettsäuren und ballaststoffarmen Cerealien – zurückgreifen möchte, kann selbst vollwertige Energieriegel herstellen. Der entscheidende Vorteil: es sind keine künstlichen Aromen oder sonstige Zusatzstoffe enthalten und jeder kann seine Lieblingsflocken im Riegel „verpacken“. Der in herkömmlichen Müsliriegeln verwendete Getreideanteil besteht häufig nicht aus ballaststoffreichen Haferflocken und Co. sondern aus stärkereichen, überzuckerten Reispops oder Maisflakes. Entsprechend ist der kulinarische Name hier nicht Programm. Für meine nährstoffreichen Kreationen habe ich auf das natürliche Potential vollwertiger Flocken, Nüsse, Mandeln sowie ungeschwefelter Trockenfrüchte gesetzt. Für glutenfreie Alternativen könnt Ihr beispielsweise Hirseflocken, Buchweizen- oder Quinoaflakes sowie gepoppten Amaranth verwenden.

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Damit selbst gemachte Riegel zusammenhalten, setzen zahlreiche Rezepte auf Butter oder Hühnereiweiß. Ich verwende – je nach Sorte – alternativ die pflanzlichen Bindemittel Chiasamen bzw. Marzipanrohmasse. Beide liefern eine Extraportion ungesättigter Fettsäuren und weitere, wertvolle Mikronährstoffe wie knochenstärkendes Kalzium und entspannende B-Vitamine. Beim Kauf von Marzipan gibt es übrigens große Unterschiede in der Qualität bzw. in puncto Zuckergehalt: je wertvoller das Produkt, desto weniger Zucker ist zugunsten der Marzipanrohmasse enthalten. Entsprechend sind hochwertige, zuckerärmere Sorten besonders zart und aromatisch in der Konsistenz. Zum „köstlichen Versiegeln“ meines Walnuss-Aprikose-Riegels ist dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil von 70 bis 99 Prozent – inklusive herzschützender Flavonoide und der stimmungsaufhellenden Aminosäure Tryptophan – bestens geeignet. Dieser „kulinarische Glücksbringer“ ist auch reichlich in Datteln, Feigen und Bananen enthaltenen, so dass ich meinen glutenfreien Exotic-Chia-Energiebar mit diesen getrockneten, naturbelassen Zutaten verfeinert habe.

Aufgrund der konzentrierten Energie sind meine selbst gemachten Riegel allerdings nicht zum Dauernaschen geeignet, liefern aber zahlreiche Mikronährstoffe und einen besonders vollwertigen Energieschub. Meistens reicht bereits ein Stückchen, um leere Energiereserven schnell wieder aufzufüllen. Um die sättigende Kraft der Ballaststoffe zu intensivieren, die Riegel gründlich kauen und ein großes Glas Wasser dazu oder danach trinken. Die Ballaststoffe – in Kombi mit dem hochwertigen Protein aus Nüssen und Vollkornflocken – verhindern übrigens, dass beim Genuss zu viel Insulin ausgeschüttet und der Blutzucker in Folge zu stark ansteigt. Liebevoll verpackt eignen sich die folgenden Kompositionen auch als kleines Mitbringsel anstatt Pralinen oder zum Selbstverwöhnen für kulinarische Auszeiten im Alltag. Euren favorisierten, rein pflanzlichen Riegel einfach bei der Arbeit im Schreibtisch aufbewahren und – zur Steigerung der Konzentration – ein Stückchen abbeißen und „losknuspern“.

 

Energiebar„Walnuss-Aprikose-Riegel mit Minz-Schoko“

Zutaten für 1 Riegel

5 getrocknete Aprikosen

5 Walnusskerne

50 g Marzipanrohmasse

5 EL zarte Haferflocken

20 g dunkle Schokolade, ein paar Minzblättchen

 

Die Aprikosen klein würfeln, die Walnüsse grob hacken und mit der Marzipanrohmasse und den Haferflocken verkneten. Die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen lassen. Aus der vollwertigen Masse einen Riegel formen, zur Hälfte auf einem Kuchen- oder Pralinengitter „schokolieren“, nach Belieben mit frischer Minze aromatisieren und die Schokolade fest werden lassen.

Tipp: Aus der Masse lassen sich alternativ auch kleine „Energiekugeln“ formen, die sich bestens als kleines Präsent für einen lieben Menschen eignen, der unter Herzschmerz leidet oder aus sonstigen Gründen einer kleinen Aufmunterung bedarf. Der Riegel kann auch pur – ohne Bad in der flüssigen Schokolade – genossen werden.

 

„Exotic-Chia-Energiebar“ (glutenfrei)Chia-Energiebars

Zutaten für 4 Riegel

40 g Chiasamen

100 ml Wasser

2 getrocknete Feigen

 

Energie-Bars

3 getrocknete Datteln

5 getrocknete Bananenscheiben

50 g Nüsse (z. B. Haselnuss, Macadamia und Paranuss)

oder Mandeln und Cashewkerne

2 EL getrocknete Cranberrys

1 Prise Zimt

 

 

Den Backofen auf 200° C Ober- und Unterhitze vorheizen. In der Zwischenzeit die Chiasamen mit Wasser verrühren und 10 Minuten quellen lassen. Währenddessen die Feigen und Datteln sehr klein würfeln und die Bananen zusammen mit den Nüssen hacken.

Die vorbereiteten Trockenfrüchte und Nüsse zusammen mit den Cranberrys (größere Beeren halbieren) und den gequollenen Chiasamen vermischen und mit etwas Zimt aromatisieren. Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech streichen, so dass nach der Zubereitung insgesamt ca. 4 Riegel abgeschnitten werden können.

Nach 30 Minuten Backzeit, die vollwertige Nuss-Früchte-Masse anschließend noch 1 Stunde im ausgeschalteten Backofen trocknen lassen. Danach bei Zimmertemperatur vollständig – am besten über Nacht – auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, damit die Riegel auch von der unteren Seite ausreichend trocknen. Vor dem Genießen mit einem Messer in Riegel portionieren.

Tipp: Wer Kokos liebt, kann die Masse vor dem Backen zusätzlich mit ein paar Kokosraspeln verfeinern.