In Teil 1 dieser Serie habe ich euch die Symptome und Anzeichen einer gestörten Verdauung vorgestellt und erklärt, warum es wichtig ist, Verdauungsbeschwerden ernst zu nehmen. Im Darm ist unsere Gesundheit zu Hause. Stimmt hier etwas nicht, hat es über kurz oder lang Folgen an anderen Stellen in unserem Körper.

Deine Verdauung zu normalisieren und zu verbessern ist der erste Schritt um systemische Entzündungen im ganzen Körper vorzubeugen und zu reduzieren.

Tipps für eine bessere Verdauung

Iss in Ruhe

Setz dich hin, komm im Augenblick an und nimm dir einen Moment zur Dankbarkeit. Klingt bisschen religiös? Ja, das Tischgebet hatte eine Funktion: der Moment der Ruhe aktiviert den Parasympathikus, der wiederum unsere Verdauungstätigkeit beeinflusst. Und vergiss nicht gut zu kauen – das ist der erste Schritt der Verdauung!

Sorg für genug Magensäure

Die Menge der Magensäure in deinem Magen spielt eine wesentliche Rolle, was während des gesamten Verdauungsprozesses passiert. Vereinfacht ausgedrückt: ist nicht genug Magensäure da, kann die Nahrung nicht in seine Einzelteile zerlegt werden, Bakterien und Viren werden eventuell nicht abgetötet, sodass sie in deinen Darm gelangen können und dort für eine ganze Palette an Beschwerden sorgen können. Aufgrund einer einseitigen und Bitterstoffarmen Ernährung, haben viele Leute nicht genug Magensäure. Auch Säureblocker können ein Grund dafür sein. Um die Magensäuresekretion zu stimulieren, kannst du 1-2TL Zitronensaft oder Apfelessig in ein Glas Wasser geben und dies vor der Mahlzeit trinken. Auch Sauerkraut, Kwas oder Bitterstoffe in Tropfenform können helfen.

Unterstütze die Gallenfunktion

Galle ist notwendig um Fett gut verdauen zu können. Sie wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert und von dort dem Verdauungsvorgang zugefügt. Damit Galle ausgeschüttet wird, muss der pH-Wert im Magen richtig sein, das Milieu muss also sauer genug sein. Die richtige Menge Magensäure ist also der erste Schritt. Zudem brauchen wir genug Fett. Wer lange fettarm isst, bei dem wird nicht mehr genug Galle gebildet. Wir brauchen Fett, um Fett verdauen zu können. Die Galle wird beispielsweise durch Rote Beete, Rettich, Lauch oder Spargel unterstützt. Kurz- und mittelkettige Fettsäuren, wie sie in MCT-Öl oder Kokosöl vorkommen, brauchen keine Galle für die Verdauung. Sie eignen sich also gut, wenn die Galle noch nicht wieder richtig funktioniert.

Ünterstütze deine Bauchspeicheldrüse

Sofern die Magensäureproduktion und die Gallensekretion im Lot sind, sollte sich auch die Funktion der Bauchspeicheldrüse positiv verändern, sodass ausreichend Verdauungsenzyme gebildet und ausgeschieden werden. Wenn Magensäure und Galle ok sind, die Bauchspeicheldrüse aber nicht ausreichend funktioniert, können Verdauungsenzyme Erleichterung schaffen. Die Bauchspeicheldrüse wird außerdem beeinträchtigt durch zu viel Zucker/Kohlenhydrate und besonders Alkohol.

Ausreichend Wasser trinken

Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Einige Getränke, die wir so über den Tag zu uns nehmen, entziehen ihm diese (Kaffee und auch einige Kräutertees). Stell sicher, dass du ausreichend trinkst, wobei sich meiner Meinung nach niemand zwingen muss 2 Liter Wasser zu trinken, wenn er keinen Durst hat. Um den Elektrolythaushalt zu unterstützen, kannst du zudem etwas Salz in das Wasser geben.

Reduziere dein Stresslevel

Stress hat eine unwahrscheinlich große Wirkung auf unsere Verdauung, die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Wir alle kennen das. Geht uns etwas zu schnell, bekommen wir Durchfall. Können wir etwas nicht loslassen, dann plagen uns schonmal Verstopfungen. Suche dir einen Weg, dich regelmäßig zu entspannen. Egal, ob Yoga, Meditation oder Kraftsport. Nimm dir Zeit für dich und Aktivitäten, die dir Spaß machen. Wenn du im Stress bist, iss nicht, sondern beachte den ersten Punkt der Liste.

Überprüfe deine Medikamente

Viele Medikamente verursachen Verdauungsprobleme. Frag deinen Arzt, an welchen es liegen könnte und versuche eine andere Lösung mit ihm zu finden.

Regelmäßig Probiotika

Probiotika, wie Sauerkraut, Kimchi, Kombucha oder Kwas fördern eine gesunde Darmflora. Du kannst auch Probiotika in Pillenform nehmen, aber die richtige Mischung und Zusammenstellung zu finden, ist schwierig. Frag dazu deinen Heilpraktiker, Anke oder Julia, ob sie dir bei der richtigen Zusammenstellung helfen können, wenn du probiotische Lebensmittel nicht gut verträgst. Histaminintoleranz könnte ein Grund dafür sein.

Vermeide Zucker und stärkereiche Lebensmittel

Wenn du irgendein Ungleichgewicht oder eine Fehlbesiedlung in deinem Darm vermutest (Candida/SIBO/Leaky Gut), vermeide unbedingt Zucker und auch stärkereiche Lebensmittel, wie Kartoffeln und Reis. Zucker und Stärke in jeder Form ist Nahrung für deine schlechten Bakterien, Pilze und Hefen. Alles, was wir selbst nicht verdauen können, ist Futter für unsere Bakterien.

Trink Kräutertees

Pfefferminz, Ingwer, etc. helfen dem Verdauungsprozess.

Vermeide Alkohol

Es kann einen durchlässigen Darm hervorrufen.

Trink Knochenbrühe

Knochenbrühe gehört zu den ältesten Gerichten der Welt – schon immer hat der Mensch Knochen ausgekocht. Die Inhaltsstoffe der Brühe sind an so vielen Enden eine Hilfe für unsere Gesundheit. Jeden Tag eine Tasse ist bei Verdauungsbeschwerden und vielen anderen Beschwerden ein Muss. Die einzigartige Aminosäurestruktur der Knochenbrühe hilft dir, deine Zellen zügig zu regenerieren. Hier findest du eine Rezept.

Das Wichtigste ist jedoch Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Sensitivitäten und mögliche Irritatoren aus der Nahrung zu entfernen.

Die häufigsten Probleme werden von

  • Fertiglebensmitteln und raffinierten Produkten,
  • Alkohol,
  • Getreide,
  • Hülsenfrüchten (inkl. Soja),
  • Milchprodukte,
  • Pflanzenölen und
  • Zucker verursacht.

Wenn du diese Lebensmittel schon eliminiert hast, versuche auch:

  • Nüsse und Samen,
  • Kaffee und
  • Eier.

Entferne die Lebensmittel für mindestens 4 Wochen und versuche sie dann wieder einzuführen. Du wirst relativ schnell merken, welche Lebensmittel dir Probleme bereiten.

Außerdem sollten Schmerzmittel jeglicher Art nach Möglichkeit vermieden werden. Sie haben schlechte Auswirkungen auf den Darm. Insbesondere Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen etc. Arbeite daran, dass du sie nicht mehr brauchst, indem du deine Ernährung und deinen Lebensstil verbesserst.

Im nächsten Beitrag gehe ich nochmal auf Verstopfungen und Durchfälle konkreter ein. Die Hinweise in diesem Beitrag dürften dir aber schon ein ganzes Stück helfen, deine Verdauungsbeschwerden zu lindern und zu verbessern.