Was die Verträglichkeit von glutenhaltigem Getreide angeht, scheiden sich die Geister. In den Medien liest man in letzter Zeit immer wieder, dass eine Verbesserung diverser Symptome durch eine glutenfreie Ernährung bei Menschen ohne Zöliakie Einbildung sei. Eine glutenfreie Ernährung also keinesfalls nötig.

Eine aktuelle placebokontrollierte, randomisierte, doppelblinde Überkreuzstudie in Italien hat nun ergeben, dass die Symptome keinesfalls als Einbildung abgestempelt werden sollten[1].

Die Studie, die von Wissenschaftlern des St. Orsola-Malphigi Hospitals der Universität Bologna und des St. Matteo Hospitals der Universität Pavia durchgeführt wurde, untersuchte 61 Menschen, bei denen eine sogenannte Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität vorliegen sollte. Das heißt, dass Zöliakie und auch eine Allergie auf Weizen vorher ausgeschlossen war, die Patienten jedoch trotzdem über Beschwerden beim Konsum glutenhaltiger Getreidesorten klagten.

Die Patienten wurde in zwei Gruppen geteilt, wovon die eine jeweils 4,375g/Tag und die andere Reisstärke in einer Kapsel über einen Zeitraum von einer Woche erhielten. Nach dieser Woche mit glutenfreier Ernährung wechselten die Probanden in die andere Gruppe. 59 Probanden schlossen die Studie ab.

Das Ergebnis der Untersuchung war, dass die Gluten-Gabe die Symptome der Probanden im Vergleich zum Placebo deutlich verschlechterte. Blähungen und Bauchschmerzen, Einschränkungen der kognitiven Wahrnehmung („foggy mind“), Depressionen und Entzündungen im Mundraum (Aphthe) wurden durch die glutenhaltigen Kapseln deutlich verschlimmert.

Die Menge an Gluten, die den Probanden in dieser Studie zugeführt wurde, entspricht in etwa 1,5 Scheiben Brot. Ein Scheibe Brot enthält schätzungsweise 2,5g Gluten.

Die Studie gibt also erste Hinweise darauf, dass auch geringer Getreidekonsum für Menschen mit einer Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität bereits problematisch sein kann. In jedem Fall aber Symptome verschlechtert.

Nicht-Zöliakie-Glutenunverträglichkeit wird von der Wissenschaft derzeit noch nicht vollständig verstanden. Die Ursache und auch die Auswirkungen sind bisher noch weitgehend unklar. Deutlich wird bisher nur, dass immer mehr Menschen über Beschwerden beim Konsum glutenhaltiger Lebensmittel klagen.

Referenz

[1]      A. Di Sabatino, U. Volta, C. Salvatore, P. Biancheri, G. Caio, R. De Giorgio, M. Di Stefano, and G. R. Corazza, “Small Amounts of Gluten in Subjects with Suspected Nonceliac Gluten Sensitivity: a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Cross-Over Trial.,” Clin. Gastroenterol. Hepatol., Feb. 2015.

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