Fett hat einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie immer mehr aktuelle Studien zeigen. Langsam findet die wichtige Rolle von Fett in der Ernährung aber doch Anerkennung. Denn Fette erfüllen zahlreiche lebenswichtige Funktionen im menschlichen Körper und sollten darum unbedingt ein Teil einer gesunden Ernährung sein. Fett ist lebensnotwendig und zu wenig Fett kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen.

Welche Funktion haben Fette im Körper?

  • Energieversorgung und –speicherung

    Fett wird in Form von Triglyceriden in den Fettzellen (Adipozyten) gespeichert und stellt eine ausgezeichnete Energiequelle für die Zellen dar. Da selbst sehr schlanke Menschen mehrere tausend Kalorien in Form von Fett gespeichert haben, stellt Fett eine verlässliche und dauerhafte Energieversorgung sicher.

  • Isolation und Schutz der inneren Organe

    Alle Organe sind von einer Fettschicht umgeben. Diese Fettschicht wirkt wie ein Stoßdämpfer und schützt so die Organe bei heftigen Erschütterungen, wie zum Beispiel bei einem Sturz. Menschen, die sehr wenig Unterhautfett besitzen bekommen leicht blaue Flecken (z.B. Bodybuilder kurz vor dem Auftritt).

  • Zellmembran

    Alle tierischen Zellen besitzen eine Zellmembran die aus sogenannten Phospholipiden aufgebaut ist. Ein Phospholipid ist eine Phosphatgruppe an der zwei Fettsäuren hängen. Die Zellmembran besteht aus einer Mischung aus gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese spezielle Mischung gibt unseren Zellen sowohl Flexibilität als auch Stabilität.

  • Baustein für Hormone

    Fett ist ein wichtiger Baustein der sogenannten Steroidhormone. Steroidhormone sind an vielen wichtigen Regelkreisläufen in unserem Körper beteiligt. Sie spielen eine Rolle bei der Energiebereitstellung, Regulation des Immunsystems, Tag-Nacht-Rhythmus, Blutdruck und Stressreaktionen. Die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen zählen ebenfalls zu dieser Hormongruppe. Auch das Vitamin D zählt genaugenommen zu den Steroidhormonen und spielt für uns Menschen eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel.

  • Isolation der Neuronen (Myelinschicht)

    Unsere Nervenzellen sind von einer isolierenden Schicht umgeben. Diese Schicht wird als Myelinschicht bezeichnet und ist wichtig, damit die Reizweiterleitung störungsfrei funktioniert. Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie zum Beispiel Multipler Sklerose wird die Myelinschicht zerstört.

  • Synthese von Gallensäure

    Das Lustige ist, dass wir Fett brauchen um Fett verdauen zu können. Die Gallensäure wird in der Leber aus Cholesterin gebildet und gelangt dann über die Gallengänge in den Dünndarm. Die Gallensäure hilft bei der Verdauung von Fett indem sie große Fettkügelchen in kleine Fettkügelchen zerlegt. So haben es dann die Verdauungsenzyme leicht, das Fett aufzuspalten. Hat man sich lange Zeit sehr fettarm ernährt, so gerät hin und wieder der Fettstoffwechsel auch in Schwierigkeiten.

  • Absorption fettlöslicher Vitamine

    Vitamine sind organische Verbindungen, die der Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt. Wir können Vitamine nicht oder nicht in ausreichenden Mengen selber herstellen, daher müssen wir Vitamine mit der Nahrung aufnehmen. Es gibt 4 fettlöslichen Vitamine, sie heißen: A, D, E und K. Fettlösliche Vitamine können im Darm nur zusammen mit Fett absorbiert werden.

  • Regulation von Hunger und Sättigung

    Fett spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Hunger und Sättigung. So gibt es zahlreiche Sättigungssignale, die überhaupt nur durch die Aufnahme von Fett ausgelöst werden.

Fazit

Fette erfüllen viele lebenswichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Sie sind Energiespeicher, Signalmoleküle, Strukturgeber und Isolation für unsere Nervenbahnen. Kaltgepresstes Oliven- und Kokosöl sowie Butter und Eier aus biologischer Landwirtschaft können in Deiner täglichen Ernährung eine tolle Ergänzung darstellen. Sparsam hingegen sollte man mit Pflanzenölen wie Raps- Soja- oder Sonnenblumenöl sein, da die zum Großteil aus Omega-6 Fettsäuren bestehen und diese wirken in der Menge entzündungsfördernd.

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