Letzte Woche habe ich eine Menge neue Videos für meinen Online Kurs Darmgesund! gedreht, für den es im April in die nächste Runde gehen soll.

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Die Teilnehmer haben sich gewünscht mehr über die Psyche zu erfahren und so habe ich mich hingesetzt und das Thema einmal neu durchgearbeitet.
Das ist ein Heidenspass für mich, denn die Themen Abgrenzung, Bedürfnisse, Glück, Freiheit, Erfolg usw. beschäftigen mich als Ex-Allergikerin selbst sehr.

Ich weiß, wie wichtig es für meinen Körper ist, meine Grenzen zu verteidigen. Wenn ich meine Grenzen übergehe und es versuche anderen Menschen recht zu machen, dann zeigt mein Körper mir das sofort.

Auch wenn ich keine Allergie mehr habe, habe ich dann zum Beispiel ziemlich schnell „die Nase voll“ oder „es juckt mich“ was.

Und auch, wenn ich nicht über jede Grenze meiner Mitmenschen in Jubelschreie ausbreche, so ist es mir doch ein tiefes Anliegen sie zu respektieren und meinen Weg damit zu finden.

Denn:
1. Die Freiheit des anderen ist auch meine Freiheit.
2. Die Zufriedenheit des anderen nährt meine Beziehung zu ihm/ihr.
3. Wir alle haben viel mehr Spaß miteinander, wenn wir uns dann in Freiheit begegnen.

Bevor ich aber in meinen Beziehungen Grenzen setzen und die Grenzen anderer respektieren kann, muss ich mir erst einmal bewusst werden, was ich denn eigentlich von meinen Beziehungen erwarte.

Ich weiß, dass wir in unserer heutigen Welt einen starken Drang nach Unabhängigkeit und Freiheit haben, aber seien wir mal ehrlich: wir brauchen uns gegenseitig.
Die Wissenschaft hat längst bestätigt, dass das gesundheitsschädlichste, was wir uns antun können, Einsamkeit ist.

Das ständige Streben nach Unabhängigkeit heute hat seine Vorteile, aber nur, wenn ich mich aus ungesunden Beziehungen lösen muss.

Nährende, wertvolle, glückliche Beziehungen können Leben retten.

Für Allergiker und Menschen mit Unverträglichkeiten ist das nicht so einfach. Das wird mir in meinen Kursen und Coachings immer wieder gespiegelt.

Nicht umsonst spielt die Abwehr verrückt.

Gehen wir mal davon aus, du würdest daran in den nächsten Wochen und Monaten etwas ändern wollen. Nehmen wir mal an, du würdest dir wünschen, deine Beziehungen zu verbessern oder neue, nährende, wertvolle, glückliche, liebevolle Beziehungen aufzubauen.

Was würdest du brauchen?

Ich frage mich immer als Erstes: Was will ich eigentlich?

Unabhängig davon, ob ich das bereits kann oder einen Plan habe, wie ich da hin komme. Als erstes male ich mir ein Idealbild meiner Wunschbeziehung. Ich frage mich, wie sich das anfühlen soll, wenn es denn „perfekt“ ist und ich rede in meinem Kopf mit dieser Person so, wie ich das schön finden würde.

Und dann gehe ich los und finde heraus, wie das geht. Falle hin, mache Fehler, höre nicht richtig zu, kann mich nicht gut genug ausdrücken, streite mich, versöhne mich, vergebe sofort und probier was Neues aus.

Das fühlt sich für mich lebendig und vor allem menschlich an.

Weißt du, es ist wichtig, dir immer wieder bewusst zu machen, dass du deine grundlegenden Bedürfnisse nicht übergehen kannst. Vieles davon liegt tiefer und ist wesentlich wichtiger für dich und deine Gesundheit, als die Frage nach dem heutigen Abendessen. (Wobei auch das wichtig ist, keine Frage!)

Meine Klienten und Kursteilnehmer übergehen die eigenen Bedürfnisse leider viel zu oft für die Bedürfnisse anderer. Das macht krank.

Deshalb möchte ich dir heute ein Übung mit in die Woche geben, die mir immer wieder dabei hilft meine Beziehungen und meine Bedürfnisse zu sortieren.

Denn erst, wenn ich weiß, was ich brauche, kann ich dafür sorgen, dass ich es in meinem Leben bekomme. Kann Ja oder Nein sagen, kann Ja oder Nein akzeptieren oder mit meinem Gegenüber auf Augenhöhe verhandeln.

Kläre deine Bedürfnisse in deinen Beziehungen 

Du kannst dir das Arbeitsblatt für diese Übung hier herunterladen ››

Wähle eine dir wichtige Beziehung, die du gern für dich klären möchtest. Das kann ein Arbeitsverhältnis, eine Partnerschaft, die Beziehung zu Freunden, Eltern, Kindern usw. sein.

Trage in die erste Spalte die Bedürfnisse ein, die dir in dieser Beziehung erfüllt werden. Bewerte, wie wichtig dir diese Bedürfnisse sind.

Trage in die dritte Spalte die Bedürfnisse ein, die dir nicht erfüllt werden. Bewerte, wie wichtig dir diese Bedürfnisse sind.

Du kannst die Liste der Bedürfnisse zu Hilfe nehmen, die du auf der zweiten Seite des Downloads findest.

Stelle dir im Anschluss folgende Fragen:

  1. Kann ich mir Bedürfnisse, die mir wichtig sind, derzeit aber nicht erfüllt werden, selbst erfüllen? Wenn ja, wie?
  2. Kann diese Person mit der ich in Beziehung stehe, diese Bedürfnisse erfüllen, ohne sich bedrängt oder verpflichtet zu fühlen? Ist es wirklich die Aufgabe dieser Person diese Bedürfnisse zu erfüllen? (Gehe ins offene Gespräch und kläre das, wenn nötig.)
  3. Können mir andere Personen diese Bedürfnisse erfüllen? Wie kann ich Kontakt zu ihnen aufbauen oder ausbauen?

Niemand in unserem Leben ist für die Erfüllung all unserer Bedürfnisse verantwortlich, außer wir selbst.

Das ist ein großer Stolperstein, insbesondere in Partnerschaften. Viel zu oft glauben wir, dass wir für das Glück des anderen verantwortlich sind oder diese eine Person uns glücklich machen sollte.

In unserer heutigen Welt sollen wenige Menschen das für uns tun, was früher ein ganzes Dorf geleistet hat. Das ist eine immense Aufgabe, die im Prinzip nicht zu schaffen ist.

Und es ist mehr als in Ordnung, wenn sich deine Bedürfnisse verändern. Wir leben in einer schnellen Zeit mit zahlreichen Einflüssen aus der ganzen Welt.

Wir können auf Knopfdruck Beziehungen zu Millionen von Menschen aufbauen.

Das heißt nicht, dass wir deshalb sofort die Trennung von der Person an unserem Esstisch einleiten müssen, sondern das bedeutet nur, dass er oder sie entlastet wird, wenn er oder sie keine Lust auf das hat, was wir tun wollen und umgekehrt.

Erinner‘ dich: du bist frei!