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Die vegetarische und vegane Ernährung wird auch in Deutschland immer beliebter. Zwar gibt es hierzulande nur rund 4% Vegetarier und noch weniger als 1% reine Veganer, aber unter ihnen befinden sich vermehrt Frauen im gebärfähigen Alter. Die Gegner der fleischlosen Kost führen häufig an, dass der Verzicht auf tierische Produkte Kindern tendenziell schadet, da nicht ausreichend Eiweiße, ausreichend Eisen und natürlich notwendiges B 12 mit der Nahrung aufgenommen wird.

Kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen

Eine kürzlich publizierte Meta-Studie der Universität Turin kommt nach Durchsicht von 22 relevanten Studien zu dem Ergebnis, dass die vegetarische und die vegane Ernährung nicht in Zusammenhang mit einer Unterentwicklung oder gar Fehlbildung des Fötus gebracht werden kann. Aus diesen 22 Studien lieferten 13 Studien Informationen zum Ergebnis der Schwangerschaft, das bis auf eine Studie keine Hinweise auf vermehrte Fehlbildungen lieferte. In dieser einen Studie traten jedoch vermehrt Fehlbildungen der Harnröhre beim männlichen Nachwuchs auf. Bei einigen Studien konnte zudem zwar ein geringeres Geburtsgewicht nachgewiesen werden, dennoch gab es wieder andere Untersuchungen, die ein höheres Geburtsgewicht ergaben. Auch bei der Dauer der Schwangerschaft gab es keine signifikanten Hinweise, die mit einer fleischlosen Ernährung in Verbindung stehen könnten.

Einzig und allein die Versorgung der Mutter und des Fötus mit Vitamin B 12 und Eisen stellten bei fleischlos lebenden Müttern ein Problem dar. Stattdessen zeigten die Blutserumwerte für Folsäure und das Spurenelement Magnesium aber eine bessere Versorgung als bei omnivoren Müttern. Dazu sollte man wissen, dass Eisen grundsätzlich ein Spurenelement ist, auf das Schwangere und Stillende besonders achten sollten. Es spielt eine essentielle Rolle bei der Bildung von Blut und ist am Sauerstofftransport beteiligt ist. Da es bei einem geringen Serum-Ferritin (Eisen)-Wert keinerlei unmittelbare Symptome gibt, muss der Wert im Zweifel diagnostisch überwacht werden.

Eisen bildende Lebensmittel

Gesunde vegetarische oder vegane Ernährung ist in der Schwangerschaft wichtiger als sonst. „Pudding-Vegetarier“ und „Soja-Veganer“ haben es schwer ihrem Körper ausreichend Nährstoffe zuzuführen. Um einem Eisenmangel vorzubeugen, musste Du sehr hohe Mengen an eisenhaltigen Lebensmitteln verzehren, da man davon ausgeht, dass pflanzliches Eisen im Darm schwerer aufgenommen werden kann. Bei Eisenmangel sollten folgende Gemüsesorten deshalb bevorzugt auf Deinem Speiseplan stehen: Spinat, Rosenkohl, Rote Bete, Pfifferlinge, Wirsing, Feldsalat, Möhren, Erbsen, Linsen, Petersilie, Grüne Minze, Thymian, Prinzessbohnen und Kürbiskerne.

Besonders viel Eisen ist zum Beispiel auch in vielen Blattgrünen vorhanden. Bei der roten Bete findet sich beispielsweise im Blatt dreimal so viel Eisen wie in der Knolle. Die Blätter der roten Bete kann man übrigens auch dünsten, oder natürlich im grünen Smoothie aufmixen. Aber Vorsicht: die Dosis macht das Gift! Rote Bete ist auch reich an Oxalsäure, die sich schädlich auf Deine Nieren auswirken kann. Immer mal wieder ist ok, regelmäßig genossen ist es wie alles andere auch schädlich.

 

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