Glücks-PralineWährend wir uns so langsam auf die besinnliche Vorweihnachtszeit einstimmen, liebäugeln viele Feinschmecker mit den zuckersüßen Köstlichkeiten wie Lebkuchen, Pralinen und Co., die uns in der Adventszeit verführen möchten. Wer diese liebliche Auswahl bewusst tätigt und dunkle Schokolade mit nährstoffreichen Nüssen und Früchten kombiniert, braucht keinesfalls auf den Genuss zu verzichten. Bereits auf der Zunge wird unserem Gehirn beim Verzehr von süßen Lebensmitteln signalisiert, dass wir unsere Seele mit einem „kulinarischen Glücksmoment“ verzücken. Dieser Prozess basiert auf physiologischen und psychologischen Aspekten, denn die erste Nahrung des Babys – die Muttermilch – schmeckt aufgrund der enthaltenen Laktose angenehm lieblich. Diese erste Geschmacksnuance wird zukünftig mit einer positiven Empfindung assoziiert, denn das Stillen – als inniger Moment zwischen Mutter und Kind – bedeutet Wohlfühl-Atmosphäre und fördert das sanfte Einschlafen des Babys.

„Glücks-Essen“ unter der ernährungsphysiologischen Lupe

Neben der beschriebenen Vorliebe für süßliche Nahrungsmittel, besitzen viele pflanzliche Lebensmittel wie Ananas, Kartoffeln, Bananen, Nüsse oder Avocado Inhaltsstoffe, deren Genuss ein stimmungsaufhellender Effekt zugeschrieben wird. In diesem Zusammenhang sind die Aminosäure Tryptophan – als essentieller Eiweißbaustein – und das „Glückshormon“ Serotonin zu nennen. Allerdings ist die glücklich machende Wirkung über Lebensmittel – aus wissenschaftlicher Sicht – noch nicht zufriedenstellend geklärt, denn es gibt noch keine Angaben, wie viele dieser „kulinarischen Glücksstoffe“ aufgenommen werden müssen, um einen signifikanten Effekt zu erzielen.

Tryptophan als „kulinarischer Glücksbote“

Während Serotonin aus der Nahrung nicht in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, kann Tryptophan diesen Part übernehmen und in Folge die Serotonin-Synthese stimulieren. Erst durch diesen Schritt wird gewährleistet, dass Serotonin als Stimmungsaufheller fungieren kann. Es spricht also vieles dafür, dass uns „Happy Food“ auch wirklich glücklich macht und die sonstigen Inhaltsstoffe – wie sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Co. – der Kategorie „Glücks-Essen“ werden unsere Zellen auf jeden Fall erfreuen.

Gesunder Genuss gegen den Winterblues

Da in der dunkleren Jahreszeit die körpereigene Vitamin D-Synthese – aufgrund des Lichtmangels – reduziert ist, wird als Folge auch weniger Serotonin produziert. Entsprechend verlangt unser Körper im Herbst und Winter vermehrt nach kohlenhydratreichen Lebensmitteln mit einer Extraportion Tryptophan, welche die Synthese von Serotonin steigern können. Fällt die Wahl auf komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn sowie Obst und Gemüse können zusätzlich Stimmungstiefs – aufgrund von Blutzuckerschwankungen – verhindert werden.

Vegane „Glücks-Praline“ – Genuss trifft Nährstoffe

Dunkle Schokolade besitzt nicht nur eine Extraportion des Glücksstoffes Tryptophan, sondern – dank des höheren Kakaoanteils – einen bedeutsamen Anteil an antioxidativ wirksamen Polyphenolen. Letztere – auch solche aus Tee und Kaffee – werden übrigens durch tierisches Protein unwirksam, so dass ich für meine kleine Rezept-Kreation eine rein pflanzliche Schokolade gewählt habe. In Kombination mit Banane und Walnüssen – welche neben Tryptophan auch ungesättigte Fettsäuren, Zellschutz-Vitamine und „nervenberuhigendes“ Magnesium liefern – hat meine fruchtige Praline den Namen „Glücks-Praline“ wirklich verdient und kann mit gutem Gewissen „vernascht“ werden. Denen in der Walnuss enthaltenen Omega-3-Fettsäuren werden darüber hinaus – im Rahmen des Gehirnstoffwechsels – auch eine gewisse, glücklich machende Wirkung zugeschrieben.

Glücks-Praline 2Zutaten für ca. 5 Pralinen:

50 g dunkle Schokolade

1 kleine, reife Banane

5 Walnusskerne

 

Zubereitung:

Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. In der Zwischenzeit die Banane schälen und in ca. 5 dicke Scheiben schneiden. Sobald die Schokolade flüssig ist, die Bananenscheiben rundherum eintauchen, zum Abtropfen auf ein Gitter (darunter Backpapier platzieren) setzen, mit den Walnusskernen garnieren und die Schokolade fest werden lassen.

Tipp: Je höher der Kakaoanteil einer Schokolade ist, desto niedriger ist der Zuckeranteil bei höherem Gehalt an sekundären, gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen. Wer eine heiße Schokolade genießen und das Gesundheitspotential der Polyphenole voll ausschöpfen möchte, kann echtes bzw. pures Kakaopulver in einer pflanzlichen Milchalternative – beispielsweise in köstlich gesunder Mandelmilch – auflösen.

„Knusper-Momente“ – Chips von der Süßkartoffel

Für alle, die sich lieber einen herzhaften Snack – inklusive knuspriger Glücksmomente – wünschen, habe ich köstliche Süßkartoffelchips kreiert. In der orangefarbenen Knolle steckt eine Extraportion Tryptophan, der, neben einer stimmungsaufhellenden Wirkung, auch ein entspannender Effekt zugeschrieben wird.

Zutaten für 1 Portion:

1 Süßkartoffel (ca. 200 g)

ca. 2 EL Olivenöl

grobes Meersalz

Zubereitung:

Den Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen. In der Zwischenzeit die Süßkartoffel schälen, in möglichst gleichmäßige, feine Scheiben hobeln (siehe Tipp) und nebeneinander auf einem – mit Backpapier ausgelegten Backblech – verteilen. Die Süßkartoffel-Chips je nach Dicke ca. 30 bis 40 Minuten backen und die Ofentür während des Backprozesses ein paar Mal öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Die fertigen Chips auf dem Backblech – außerhalb des Ofens – abkühlen lassen und „losknuspern“. Entweder pur genießen oder mit einem aromatischen Dip servieren. Die Süßkartoffel harmoniert exzellent mit unserem Avocado-Chili-Dip, welcher ebenfalls eine Extraportion Tryptophan liefert (siehe unter der Kategorie Rezepte „Herbstliche Hokkaido-Komposition“).

Tipp: Diese nährstoffreichen Chips enthalten keine Geschmacksverstärker und überzeugen mit einem natürlich aromatischen Aroma. Durch eine möglichst gleichmäßige Dicke der Süßkartoffelhobel wird verhindert, dass die Chips beim Backen außen bereits braun und innen noch nicht ausreichend knusprig sind. Wer Curry liebt, kann die Süßkartoffeln – vor dem Backen – zusätzlich mit etwas Currypulver bestäuben.