Die Versorgung mit lebensnotwendigen Vitalstoffen aus unserer Ernährung wird heute immer schwieriger. Trotzdem steht der Grüne Smoothie immer wieder in der Kritik. Zu viel Zucker, der Mensch ist für pürierte Nahrung nicht gemacht und überhaupt bekommt es uns besser, wenn wir Lebensmittel im Ganzen zu uns nehmen. Auf den ersten Blick sind diese Einwände plausibel. Befasst man sich aber näher mit dem Grünen Smoothie, wird schnell klar, dass der Grüne Smoothie das Nahrungsergänzungsmittel unserer Zeit ist. Er steckt voller Vitalstoffe, die wir täglich für einen gut funktionierenden Stoffwechsel brauchen und an denen es uns bei einer oft zu kohlenhydrat- und eiweißlastigen Ernährung mangelt. Wir können täglich gar nicht so viel essen wie wir müssten, um uns mit der ausreichenden Menge an Vitalstoffen zu ernähren.

Mehrere Untersuchungen pflanzlicher Lebensmittel in den Jahren 1985, 1996 und 2002 haben gezeigt, dass unser heutiges Gemüse und auch Obst längst nicht mehr die Vitalstoffe enthält, wie das früher einmal der Fall war. So verfügt beispielsweise Brokkoli nur noch über 27 % des Kalziumgehaltes von vor 30 Jahren.

Nahrwerte Geigy 1985

Was ist ein Grüner Smoothie?

Der Grüne Smoothie besteht aus

50 % vollreifen Früchten + 50 % Pflanzengrün + Wasser

Dabei kommt es gar nicht so sehr auf eine große Vielfalt der Nahrungsmittel an. Die Devise lautet: weniger ist mehr. So sollten im Smoothie nur zwei bis maximal drei verschiedene Obstsorten und auch nur zwei bis maximal drei verschiedene Blattgrünsorten verwendet werden. Wer mag kann Gewürze wie Zimt oder Ingwer dazu nehmen. Die Zugabe von Milch, Sahne, Öl oder auch Haferflocken ist nicht gewollt. Im Gegenteil: diese Zutaten sind eher kontraproduktiv für die Verdauung.

Mit dem Grünen Smoothie kann man einfach eine Mahlzeit am Tag ersetzen. Viele entscheiden sich für das Frühstück, aber auch am Nachmittag ist der Smoothie als Snack gut geeignet um den Weg zum Süßigkeitenregal zu vermeiden.

Was ist der Grüne Smoothie nicht?

Manchmal ist zu lesen, dass der Grüne Smoothie keine Mahlzeit ist. Das ist grundsätzlich auch richtig. Vielmehr ist der Grüne Smoothie eine kleine „vorverdaute“ Minimahlzeit. Wie bei jedem Essen ist es unbedingt wichtig, dass der Smoothie eingespeichelt, gekaut und schluckweise genossen wird. Der Grüne Smoothie hat so gar nichts mit gemixtem Gemüse oder Getreide zu tun. Das wäre Essensbrei und den brauchen nur Babys oder Zahnlose.

Vorteil des Grünen Smoothies

Für viele Menschen der Grüne Smoothie zahlreiche Vorteile. Über den Tag verteilt zu sich genommen, reguliert der Grüne Smoothie das Verlangen nach Süßem oder Fertigprodukten. Er erzieht uns (unbemerkt) zu einer gesünderen Ernährung indem er uns Nährstoffe zuführt, die unser Körper benötigt und die er im Alltag bei vielen Menschen oft nicht bekommt. Er versorgt uns den ganzen Tag mit wichtigen Vitalstoffen. Das macht sich schnell bemerkbar: wir fühlen uns frisch, wach und satt obwohl wir eigentlich „nichts“ gegessen haben.

Das darin enthaltene Chlorophyll hat viele positive Eigenschaften auf unsere Gesundheit, ist ein natürlicher Entgifter für den Darm und beseitigt Mund- und Körpergerüche. Die vielen Vitalstoffe des Smoothies versorgen unseren Organismus mit basischen Mineralien und wirken somit positiv auf den Säure-Basen-Haushalt. Die sekundären Pflanzenstoffe stimulieren zudem unser Immunsystem und unterstützen es.

Was kann man falsch machen?

Besonders Anfänger probieren sich zu Beginn gern aus. Dabei können Fehler passieren, die die Freude am Grünen Smoothie schnell gefährden.

Den Smoothie nicht genügend mixen

Ein leistungsstarker Mixer oder mehrere Mixvorgänge (bei nicht so leistungsstarken Geräten) helfen dabei das Blattgrün und seine Strukturen aufzubrechen und den Smoothie schön cremig und trinkbar zu machen.

Den Smoothie zu hastig trinken

Der Grüne Smoothie gehört schluckweise einspeichelt, gekaut und genossen. Die Verdauung beginnt im Mund, nicht im Magen. Wer den Smoothie zu schnell zu sich nimmt, wird ihn möglicherweise nicht vertragen. Das macht sich zum Beispiel durch unangenehmes Aufstoßen bemerkbar.

Den Smoothie zu kalt genießen

Wenn nicht gerade Hochsommer ist, kann der Grüne Smoothie schon mal zu kalt geraten. Unser Körper muss dann Energie aufwenden um ihn zu erwärmen. Das macht nicht nur kalte Füße, sondern ist auch allgemein unangenehm. Wenn man ihn lange im Mund einspeichelt, erwärmt er sich auch. Wenn Du den Smoothie eher in kleinen Mengen zubereitest und dann direkt nach und nach genießt, musst Du ihn auch nicht im Kühlschrank lagern.

Zu viele Zutaten

Wer zu viele Zutaten in den Mixer gibt, erhält oft ein nicht sehr geschmackvolles Erlebnis. Weniger ist eben mehr. Öl oder Milch haben im Smoothie nichts zu suchen. Es schmeckt einfach nicht.

Zu viele Früchte

Dem Grünen Smoothie geht es nicht um das Obst, sondern um das Blattgrün – da steckt die Power drin. Das Obst macht das oft bittere Grün lediglich lecker fruchtig und leichter genießbar. Beschränke Dich also auf die angegebenen 50 % Obst und mische nicht zu viele Sorten.

Warum das Grün nicht essen? Das ist doch das Gleiche?

Um Pflanzengrün, d.h. Zellulose aufbrechen zu können, benötigt der Organismus entweder bestimmte Enzyme oder auch spezielle Mikroorganismen. Reine Pflanzenfresser haben zumeist letzteres in ihrem Verdauungstrakt. Die kleinen Mitbewohner zerlegen die Zellulose und machen so die Vitalstoffe aus der Zelle für den Organismus zugänglich. Bei Menschen ist das nicht möglich. Deshalb nennen wir Zellulose auch „unlösliche Fasern“ oder Ballaststoffe, die nur durch unsere Bakterien im Dickdarm verwertet werden können. Je geschwächter ein Verdauungstrakt ist, desto schlechter klappt die Verwertung der Vitalstoffe. Die meisten Menschen bemerken das sofort, denn sie bekommen Blähungen von Gemüse oder auch Obst.

Unterstützung für unsere Verdauung

Um unserem Verdauungssystem die Möglichkeit der vollständigen Verwertung zu ermöglichen, muss das Blattgrün sehr lange gekaut werden. Und zwar so lange, bis das Blatt sich verflüssigt. Dann, und nur dann, hat das Verdauungssystem eine Chance an das Leckerli zu kommen. Hand aufs Herz – wie lange kaust Du auf einem Salatblatt bis es runter geschluckt wird? Na? Genau: viel zu wenig.

Hier kommt der Mixer ins Spiel. Der bricht die Pflanzenfaser auf, so dass unser Verdauungssystem jetzt leichtes Spiel hat. D.h. esse ich den Salat, kommen vielleicht 50% der Inhaltsstoffe bei mir an. Beim Smoothie habe ich die Chance auf die vollen 100%! Und das merkt man nach wenigen Tagen bereits.

Die TCM oder Ayurveda-Freunde stehen dem Smoothie eher nicht positiv gegenüber. In der TCM oder in der Ayurvedischen Küche wird Rohkost sehr sparsam eingesetzt und nicht für sinnvoll erachtet. Kalte Speisen (und dazu gehört auch das Butterbrot) müssen laut ayurvedischer Lehre vom Verdauungssystem erst erwärmt werden. Das kostet Energie. Bei einem warmen Essen, sparen wir uns den Vorgang und die Energie kann für z.B. die Verdauung selbst genutzt werden. Eine gute Alternative sind hier grüne Suppen.

Finde heraus was für dich passt

Was dem einen gut tut, bringt den anderen fast um, ein Dritter merkt nichts davon. Finde heraus, was Dir persönlich gut tut. Je bunter und abwechslungsreicher es auf dem Teller zugeht desto besser.

Spar Dir die einfachen Kohlenhydraten, Fertigprodukten, Cola & Co. Lege mehr Wert auf Frische und Natur, dann klappt es garantiert. Ein Grüner Smoothie kann dabei helfen, wenn Du Dich an die richtige Zubereitung hältst.