Dies ist ein Gastbeitrag von Pascale Neuens. Pascale ist Ernährungsberaterin nach TCM und steckt ihre Liebe zum Detail in ihren foodblog neuensausderkueche.com, wo sie in ihren Rezepten das wunderbare Wissen über die Wirkung der Lebensmittel einfließen lässt. Trag dich jetzt in Pascales Nasch-Adventskalender ein und erhalte jeden Tag bis Weihnachten ein tolles Rezept. 

Isst du eigentlich Fleisch oder trinkst du überhaupt Kaffee? Das sind zwei Fragen, die mir immer wieder gestellt werden. Ich muss sagen, emotional gesehen, bin ich ein ziemlicher Allesfresser, physisch macht mein Körper da leider nicht ganz mit. Bezüglich Milchprodukten und Gluten oder größeren Mengen Kohlenhydraten im Allgemeinen legt er immer wieder ein Veto ein und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ich nicht auf Fisch, Eier oder Fleisch verzichten kann/will.

Auf der Suche nach der richtigen Ernährung bin ich vor Jahren bei der TCM gelandet, habe allerdings für mein Wohlbefinden den hohen Getreideanteil durch einen hohen Gemüseanteil ersetzt.

In der TCM gilt die Verdauung (das Magen-Milz-System) als „Mitte“ unseres Daseins. Laut der inneren Organuhr arbeitet die Verdauung zwischen 7.00-11.00 Uhr vormittags auf Hochtouren. Hier schöpfen wir leicht Kraft aus der Nahrung. Die Verdauung wird in der TCM oft mit dem Bild eines Feuers übersetzt, der Magen ist der Kessel über dem Feuer. Füllen wir zur Hauptverdauungszeit etwas Warmes in unseren Magen, fällt es dem Feuer leicht das Essen zu verbrennen, wir verfügen rasch über genug Energie um in den Tag zu starten und die Kraft des Verdauungsfeuers wird nicht eingedämmt. Aus diesem Grund ist das warme Frühstück das Um und Auf, um energetisch in den Tag zu starten.

Verschiedene Typen, unterschiedliche Bedürfnisse

Die TCM betrachtet jeden Menschen äußerst individuell und da finde ich als Ernährungsberaterin nach TCM dann häufig Erklärungen, warum immer wieder Menschen von Heilungserfolgen mit gewissen Ernährungsstilen berichten, die zum Teil unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Es handelt sich einfach um grundlegend verschiedene Konstitutionen. Hitzige Typen (die auch im Winter nur ein T-Shirt unter dem Mantel tragen), die über eine gute Verdauung verfügen, für die sind Gemüse-Smoothies ideal, da sie sie richtig schön erfrischen. Smoothies funktionieren auch gut bei sehr aktiven Menschen, die auf Grund eines zehrenden Sports Körpersäfte verbrauchen und über die tägliche Anstrengung ihren Körper immer wieder aufheizen. Nicht hilfreich sind Smoothies und zu viel Rohkost für verfrorene Naturen. Diese üblicherweise schon mit vielen Schichten unterm Mantel gekleideten Menschen fieren noch stärker, wenn sie kalte Nahrung zu sich nehmen.

Während der hitzige Typus von viel Fleisch noch heißer wird, würden Fleischsuppen mit Gewürzen der Kälte-Konstitution so richtig einheizen und einer der drei Pullover könnte zu Hause beleiben, wenn diese Person das Haus mit einem warmen Frühstück im Bauch verlässt.

Laut TCM empfiehlt man gerade im Winter Fleisch zu essen und gut zu würzen, um warm durch diese ungemütliche Jahreszeit zu kommen. Bevor wir aber täglich zu Fleisch greifen, sollten wir darauf achten, ob uns überhaupt prinzipiell eher kalt ist. Sitzen wir dann noch den ganzen Tag im überheizten Büro, fahren mit dem Auto nach Hause und liegen dann am Sofa beim Kaminfeuer, dann reicht auch im Winter eine geringe Fleischmenge für unsere Konstitution aus.

Aus Sicht der TCM gehört Getreide dem süßen Geschmack an und der süße Geschmack gibt Kraft – das ist ja auch meist der Grund weshalb wir zu Zucker greifen, wenn wir erschöpft sind! Je angeknackster das Verdauungssystem, desto schlechter kommen wir mit Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide zurecht, da diese einfach schwer verdaulich sind. Möglicherweise fehlt es uns aber auch gar nicht so sehr an Kraft, als an Saft: im Winter zieht sich in der Natur der Saft ins innerste der Pflanzen zurück, Tiere halten Winterschlaf oder fressen zumindest deutlich weniger, es gilt die wesentlichen Funktionen aufrecht zu halten. Der glutenfreie, gut bekömmliche und Säfte nährende Amaranth ist ideal, um uns gut durch den Winter zu bringen. Er kräftigt unsere Nieren, welche die uns zur Verfügung stehende Energie beherbergen.

Probier doch mal diesen wärmenden und stärkenden Amaranthbrei zum Frühstück:

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amaranthbrei_zutaten

 

Amaranth-Frühstücksbrei
 
Vorbereitungszeit
Kochzeit
Zubereitungszeit
 
Autor:
Rezepttyp: Frühstück
Küche: vegetarisch, TCM
Portionen: 1
Zutaten
  • 50 g Amaranth
  • 120 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 40 ml Kokosmilch
  • je 1 Prise Kardamom, Zimt und Vanille oder etwas Zitronenschale
  • 2 EL Butter oder Ghee
  • ½ Apfel – am besten schmecken zum Kochen Boskop Äpfel (eine alte Sorte)
  • 2 EL Granatapfelkerne
  • 2 EL geröstete Walnüsse
So einfach geht's
  1. Amaranth mit Wasser und Salz circa 20 Minuten bissfest kochen.
  2. In der Zwischenzeit 1 TL Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen, Apfelspalten bei mittlerer Hitze zart anbraten.
  3. Butter unter den fertigen Amaranth rühren und Gewürze zugeben.
  4. Mit Kokosmilch anrichten, Nüsse und Granatapfelkerne darüberstreuen.