Was ist Fructose?

Fruktose, wird im Deutschen auch als Fruchtzucker bezeichnet, gehört zu der Gruppe der Einfachzucker oder auch Monosaccharide.  Andere häufig vorkommende Monosaccharide wären Glucose, Galactose und Ribose. Monosacharide sind die Bausteine aller Kohlenhydrate.

Die Fructose wird gerne mit dem Traubenzucker, der Glucose, verwechselt. Das ist das Problem an der Verwendung von Trivialnamen. Darum verwende ich ausschließlich die Fachbezeichnungen, da diese eindeutig sind und es so zu keinen Verwechslungen kommen kann.

Fructose ist der Hauptzucker in den meisten Obstsorten und bildet zusammen mit Glucose, das Disaccharid Sucrose (Tafelzucker). Fructose ist deutlich süßer als Glucose.

Allergie vs. Intoleranz

Im laienhaften Sprachgebrauch werden die Begriffe Allergie und Unverträglichkeit (oder Intoleranz) gleichbedeutend verwendet. Jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede. Bei einer Allergie kommt es immer zu einer Überreaktion des Immunsystems. Also eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene). Bei der Nahrungsmittelintoleranz kommt es nicht zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Intoleranzen können angeboren oder erworben sein.

Fructoseintoleranz oder Fructosemalabsorption

Bei der Fructoseintoleranz (Fructosemalabsorption) handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Fructose wird hier oft nur eingeschränkt oder gar nicht vertragen. Die Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, etc…

Die Fructoseintoleranz ist eine Absorptionsstörung. Fructose wird von speziellen Transportproteinen in die Dünndarmzellen aufgenommen, und in die Blutbahn transportiert. Ist die Funktionsfähigkeit dieser Transporter, zum Beispiel durch eine chronisch entzündliche Erkrankung des Darms gestört, wird die Fructose nicht oder nicht vollständig absorbiert. Die Fructose gelangt in den Dickdarm, wo sie von den dort lebenden Bakterien fermentiert wird. Dabei entstehen Gase, die dann zu Blähungen und anderen Symptomen führen können.

Neben der erworbenen Fructoseintoleranz, gibt es noch die hereditäre Fruktoseintoleranz. Dies ist ein angeborener Defekt im Fructosestoffwechsel und tritt schon im Säuglingsalter auf. Bei den Betroffenen führen schon geringe Mengen Fructose zu massiven Beschwerden und unerkannt können die Folgen lebensbedrohlich sein.

Die hereditäre Fructoseintoleranz ist sehr selten und betrifft nur etwa 1 in 130 000 Menschen.

Diagnose mit dem Wasserstoff-Atemtest

Für die Diagnose einer Fructoseintoleranz wird üblicherweise der sogenannte Wasserstoff-Atemtest herangezogen. Dieser Test ist nicht invasiv und kaum belastend[1].

Testprinzip

Gelangt Fructose in den Dickdarm, wird diese dort unter Abgabe von Wasserstoff verarbeitet. Der Test beruht auf der Messung des Wasserstoffs in der Atemluft. Dem Patienten wird also eine Fructoselösung zum Trinken gegeben und alle zehn bis 30 Minuten über ein bis drei Stunden eine Messung der Ausatemluft-Wasserstoffkonzentration vorgenommen. Außerdem wird bei dem Test auf Symptome (Gluckern, Blähungen, Krämpfe, Schmerzen, Durchfall etc.) geachtet. Findet ein deutlicher Wasserstoffanstieg bereits vor 90 Minuten statt, kann dies von einer Fehlbesiedelung des Dünndarms herrühren[2].

Non-Responder

Es kommt zu keinem (signifikanten) Wasserstoffanstieg, wenn die Bakterien das Kohlenhydrat nicht verstoffwechseln oder beim Stoffwechsel keinen Wasserstoff produzieren oder andere Bakterien den produzierten Wasserstoff wieder weiterverarbeiten (sog. „Non-Responder“).

Besitzen Personen eine große Zahl von methanbildenden Bakterien im Dickdarm, kann es vorkommen, dass der gesamte gebildete Wasserstoff zu Methan verstoffwechselt wird. Sollte es also trotz deutlicher Symptome, zu keinem Anstieg von Wasserstoff in der Atemluft kommen, sollte abgeklärt werden, ob ein Non-Responder Status vorliegt.


Referenzen

[1] H.J. Wildgrube: Wasserstoff (H2)-Atemtests in der Diagnostik von Dünndarmerkrankungen. In: Z. Gastroenterologie. 21, Nr. 11, 1983, S. 628-636

[2] P. Born: Kohlenhydratmalabsorption – Symptomatik, Diagnostik, Therapie. In: Biologische Medizin. 6, Nr. Dezember 1990, 1990, S. 356-361