Aprikose-Hirse-Taler hochDa die Aussage „sauer macht lustig“ unter ernährungsphysiologischen Aspekten nicht gilt, habe ich für euch zweierlei Frühstücksideen entwickelt, die ein gesundes, ausgewogenes Säure-Basen-Gleichgewicht fördern – für einen genussvollen, nährstoffreichen Start in den Tag. Wer sich mit der Thematik basischer, neutraler bzw. saurer Lebensmittel noch nicht intensiver auseinander gesetzt hat, könnte vermuten, dass beispielsweise Zitronen zur Kategorie „sauer“ zählen. Allerdings liegt der Fokus diesbezüglich nicht auf dem Säuregehalt, sondern auf säurebildenden Eigenschaften. Während nicht nur im Rahmen dieser Betrachtungsweise tierische Lebensmittel, helle Backwaren, Fertigprodukte, zuckerreiche Nahrungsmittel, Alkohol und ein hoher Kaffee-Konsum ungünstig sind, gehören Obst, Gemüse, Salat und frische Kräuter zu den „kulinarischen Gewinnern“ unter den basenbildenden Lebensmitteln. Entsprechend ist es sinnvoll, diese Nahrungsmittel zu favorisieren und mit nativen Pflanzenölen, ballaststoffreichen Getreide sowie glutenfreiem Pseudogetreide wie Buchweizen oder Amaranth, Mandeln (inklusive Mandelmilch), ungeschwefelten Trockenfrüchten, pflanzlichen Milchalternativen und Kräutertee sowie kohlesäurefreiem Mineralwasser zu kombinieren. Natürlich müssen säurebildende Lebensmittel nicht vollständig vom Speiseplan gestrichen werden, aber es ist in puncto Säure-Basen-Gleichgewicht sinnvoll, sie sparsam zu dosieren. Und da ein gesunder Lebensstil immer auf mehreren Faktoren basiert, ist darüber hinaus nicht zu unterschätzen, dass Stress ein „Säurebildner“ ist, der in der Kombination mit fettreichem Fast Food, Alkohol und Süßigkeiten die mentale, emotionale und physiologische Balance aus dem Gleichgewicht bringt.

 

Dinkel-Buchweizen-Brötchen

Für alle, die sich morgens frisch gebackenes Gebäck wünschen, habe ich ballaststoffreiche Buchweizen-Dinkel-Brötchen kreiert, die vor dem Backen mit frischem Sesam bestreut werden. Im Gegensatz zu Backwaren aus hellem, nährstoffarmen Weizenmehl liefern die vollwertigen Zutaten gesunde Inhaltsstoffe aufgrund der mit verarbeiteten, nährstoffreichen Randschichten. Während der Klassiker Avocado-Mus„Mehl der Type 405“ als Basis für Baguette, Toast und Kuchen zur Kategorie der säurebildenden Getreide zählt, habe ich bewusst auf den basischen bzw. ausgleichenden Effekt von Vollkorn-Buchweizen, vollwertigem Dinkel und ungeschältem Sesam gesetzt. Da ich keine säurebildende Hefe sondern Backpulver verwendet habe, können die Brötchen direkt nach dem Kneten gebacken werden. Als besonders nahrhafter Brotaufstrich eignet sich dazu – für liebliche Genussmomente – ein Mandelmus oder ein selbst zubereitetes, herzhaftes Avocadomus.

 

Aprikose-Hirse-TalerMein zweites, glutenfreies Rezept „Aprikose-Hirse-Taler“ – ebenfalls reich an basenbildenden Zutaten – , für alle die einen lieblichen Start in den Tag favorisieren, kann bereits am Tag vorher zubereitet werden. Entweder die Talermasse und das fruchtige Kompott vorbereiten und die Taler dann frisch am Morgen in der Pfanne braten oder die bereits fertigen Taler morgens kurz erwärmen oder kalt genießen. Die Hirse-Taler eignen sich auch als vollwertiger Snack oder als „Energie-Taler to go“ für unterwegs. Wer sich ein schnelleres, basisches Frühstück wünscht, kann alternativ frisches Obst der Saison mundgerecht würfeln und mit einem „Knusper-Topping“ aus Sonnenblumenkernen oder Sesam verfeinern.

 

Buchweizen-Dinkel-Brötchen mit Sesam
 
Autor:
Rezepttyp: Frühstück
Küche: vegan
Portionen: 8
Zutaten
  • 100 g Buchweizen-Vollkornmehl
  • 300 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Rapsöl
  • 200 ml Wasser
  • 1 EL Rapsöl zum Bestreichen
  • 1 bis 2 EL ungeschälter Sesam
So einfach geht's
  1. Den Backofen auf 200° C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. In der Zwischenzeit alle Zutaten – bis auf den Sesam und das Öl zum Bestreichen – miteinander verkneten und den vollwertigen Teig in 8 Stücke portionieren.
  2. Mit den Händen runde Brötchen formen, die Oberfläche mit einem Messer kreuzweise einschneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.
  3. Die Brötchen mit 1 EL Rapsöl bestreichen, mit dem Sesam bestreuen, ca. 20 Minuten backen, etwas auskühlen lassen und noch warm oder abgekühlt genießen.
Notizen
Der Teig kann je nach Vorliebe mit frischen Kräutern oder Gewürzen verfeinert werden.

 
Aprikose-Hirse-Taler mit Apfel-Pflaumen-Kompott
 
Autor:
Rezepttyp: Frühstück
Küche: vegan, glutenfrei
Portionen: 2
Zutaten
  • 100 g Hirse
  • 250 ml ungesüßte Mandelmilch
  • 3 bis 4 getrocknete, ungeschwefelte Aprikosen
  • etwas Zimt
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 100 ml Pflaumentrunk
So einfach geht's
  1. Die Hirse waschen, abtropfen lassen, in der Mandelmilch aufkochen lassen und ca. 5 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.
  2. In der Zwischenzeit die Aprikosen fein würfeln. Die Hirse umrühren, die Aprikosenwürfel und etwas Zimt zugeben und weitere 10 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte – ebenfalls abgedeckt – quellen lassen. Anschließend weitere 10 Minuten ohne Deckel abkühlen lassen.
  3. Währenddessen die Äpfel schälen, grob würfeln und ca. 3 Minuten ohne Fett in einer Pfanne braten. Anschließend mit dem Pflaumentrunk ablöschen, ca. weitere 5 Minuten ohne Deckel weich kochen lassen und zerstampfen.
  4. Aus der abgekühlten Hirse-Masse mit feuchten Händen 6 bis 8 kleine Taler formen, diese in 1 EL Rapsöl rundherum ca. 8 Minuten in einer beschichteten Pfanne goldgelb braten und zusammen mit dem Apfel-Kompott servieren.
Notizen
Die Aprikose-Hirse-Taler sind bewusst nicht zusätzlich gesüßt; wem die Süßkraft der Aprikosen nicht ausreicht, kann die vollwertigen Taler z. B. mit etwas Agavendicksaft verfeinern. Der Pflaumentrunk – eine Mischung aus Pflaumen-, Apfel- und Zitronensaft sowie Wasser -, welcher auch zum milden Abführen während des Fastens geeignet ist, kann durch naturtrüben Apfelsaft ausgetauscht werden.