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Im Norden Deutschlands ist Grünkohl als Teil typisch deutscher Hausmannskost bekannt, wo es einen wahnsinnigen Kult rund um das Gemüse gibt. Das beste Beispiel sind Kohlfahrten, bei denen Kohlkönige erkoren werden und im Anschluss Grünkohlessen in Gaststätten stattfinden. Mit Kartoffeln und fettiger Wurst – hier gibt es viele regionale Unterschiede – wurde Grünkohl meist als deftiges und schwer verdauliches Wintergericht wahrgenommen.

Eine Gegenbewegung kommt aus den USA langsam auch zu uns herübergeschwappt. Grünkohl wird in den USA als DAS Trend-Gemüse gefeiert. Aber nicht etwa als deftige Mahlzeit serviert, sondern vielmehr als gesundes Superfood! Und so ändert sich auch bei uns langsam das Image des Grünkohls – weg vom schweren Wintergericht hin zum gesunden Super-Gemüse.

Superfoods sind Lebensmittel mit einer besonders hohen Nährstoffdichte – und da gehört Grünkohl definitiv dazu! Er liefert eine Fülle an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Antioxidantien, Eisen, Proteinen und Ballaststoffen. Während die meisten Superfoods wie Chia-Samen, Goji- oder Acai-Beeren eine weite Reise hinter sich haben, bevor sie in unseren Küchen landen, wächst der Grünkohl auch auf unseren Feldern.

Als typisches Wintergemüse ist Grünkohl, der in manchen Regionen auch Braunkohl genannt wird, hierzulande von November bis März erhältlich. Anschließend gibt es Grünkohl nur als Konserve oder tiefgefroren zu kaufen. Erst der erste Bodenfrost lässt den Kohl richtig schmackhaft werden. Denn wenn er eine Zeit lang der Kälte ausgesetzt war, entfaltet er sein süßliches Aroma.

Passend zum Trend schwappen auch neue Rezeptideen rund um das heimische Superfood zu uns. So kann der Kohl beispielsweise auch roh als Salat gegessen werden – „Kale“-Salat ist in den USA gerade DER Salat überhaupt. Ebenfalls ein ziemlich heißer Food-Trend: „Kale Chips“ – zu Deutsch Grünkohlchips. Eine gesunde Alternative zu fettigen Kartoffel-Chips, die noch dazu schnell im Ofen hergestellt ist. Ebenfalls sehr lecker ist Grünkohlpesto. Und im Grünen Smoothie geht Grünkohl natürlich auch! Dort kann er in jeder erdenklichen Kombination eingesetzt werden – erlaubt ist, was schmeckt! Ich mag die Kombination aus Grünkohl, Ananas, Apfel, Birne und Kokoswasser sehr gerne.

Aber egal, für welche Variante Du Dich entscheidest – die Hauptsache ist, dass das grüne Gemüse überhaupt den Weg auf Deinen Teller findet. Magst Du ihn lieber deftig, dann geh sparsam mit dem fettigen Fleisch um oder lass‘ es ganz weg – und wenn Du nicht darauf verzichten kannst, packst Du den Grünkohl einfach am nächsten Tag in Deinen Smoothie und gleichst so das deftige Mahl vom Vortag wieder aus.