Die Milch macht’s! Mit diesem fetzigen Werbeslogan hat die deutsche Milchindustrie viele Jahre lang geworben. Die Milch macht kleine Jungen stark und liefert wichtiges Kalzium für deine Knochen. Überhaupt scheint man Kalzium im deutschsprachigen Raum fast nur aus der Milch zu bekommen, während es in anderen Erdteilen hervorragend ohne die weiße Kälbernahrung geht. Was ist also dran am Milchkonsum und seinem gesundheitlichen Nutzen?

Kuhmilch nährt Kälber

Eines ist klar: Moderne Milchkühe haben leider nichts mehr mit dem zu tun, was wir in der Werbung sehen. Sie stehen nicht einsam auf einer Alm, sondern sie sind Hochleistungsproduzenten, die bis zu 7.350 Liter Milch pro Jahr produzieren. Ein Wert, der in den letzten Jahren übrigens einen deutlichen Anstieg erfahren hat. Das Kalb würde bei der Aufzucht rund 3.000 Liter pro Jahr benötigen. Die heutige Milchkuh schafft also fast das 2,5-fache dessen, was als Nährung für den Nachwuchs benötigt würde.

Milch ist mit Vorsicht zu genießen

Wenn Milch auch nicht für jeden ein ungesundes Nahrungsmittel ist, so ist sie doch wenigstens ein bedenkliches Nahrungsmittel für den Menschen und macht genau das Gegenteil von dem, was uns versprochen wird.

  • Osteoporose,
  • Verstopfungen,
  • Hautprobleme (Akne, Psoriasis, Neurodermitis) und auch
  • hormonelle Ungleichgewichte

werden mit dem Konsum von zu viel Milch in Verbindung gebracht. Das gilt nicht nur für Menschen, die den Milchzucker nicht vertragen (ca. 20% der Bevölkerung), sondern für uns alle.

Warum kann Milch ein Problem sein?

Östrogengehalt in der Milch

Wie jedes Säugetier, produziert auch die Kuh Milch, um ihr Junges zu säugen. Das Kalb soll mit dem fetten Hormongemisch innerhalb eines Jahres von 40-50 kg auf rund 300 kg herangezogen werden. Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel der Kuh um fast das 30-fache an. Diese Hormone kommen auch in der Milch an.

Da Milchkühe heute ganzjährig gemolken werden, landen die Östrogene der Kuh also auch in deiner Trinkmilch. Zusammen mit dem Fett führt das beim Menschen zu einer Flutung des Organismus mit Hormonen, die vor allem bei Kindern Auswirkungen zeigen kann. Schon ein geringer Verzehr von nur 200ml am Tag führt laut Studien zu einer verfrühten Pubertät und zu Akne. 

Letzteres ist leider nicht nur für Pubertierende ein Problem. Wer auch im Erwachsenenalter noch damit zu tun hat, sollte die Milch auf jeden Fall in Betracht ziehen und es einmal eine zeitlang ohne sie probieren.

Wachstumshormone

Weiterhin enthält Kuhmilch die Wachstumshormone IGF-1 und IFG-2 (insuline-like growth factor-1 und -2), die bei Mensch und Kuh identisch sind. Diese beiden Hormone fördern nicht nur das Wachstum gesunder Zellen, was für das heranwachsende Kalb ja sinnvoll ist, sondern auch die Entwicklung von Tumorzellen bei Darmkrebs, Prostata-, Gebärmutter- und Brustkrebs. Studien zeigen, dass das Risiko an diesen Krebsarten zu erkranken steigt, wenn bereits in jungen Jahren viele Milchprodukte verzehrt werden.

Kalzium

Auch für unsere Knochengesundheit ist Milch nicht relevant, wenn nicht sogar gefährlich.

Eine Langzeit-Studie der Universität Harvard mit 75.000 Frauen zeigte, dass der Milchkonsum der Frauen das Risiko von Knochenbrüchen nicht reduziert. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass wir als Spezies Mensch das Kalzium aus Kohl und Blattsalaten ohnehin besser verarbeiten können und, dass vor allem Vitamin D und regelmäßige Bewegung einen wichtigen Beitrag zur Knochengesundheit leisten.

Warum auf Milch verzichten?

Durch den vorübergehenden Verzicht auf Milchprodukte jeglicher Art können sich einige gesundheitliche Probleme in Wohlgefallen auflösen. Typische Anzeichen für eine Unverträglichlichkeit des Milcheiweißes (nicht Laktose!) sind beispielsweise Verschleimungen, die sich durch Dauerschnupfen oder einen ständigen Frosch im Hals bemerkbar machen. Auch bei Verdauungs- und Hautproblemen sowie psychischen Beschwerden (Müdigkeit, Depressionen) kann Milch als Ursache eine Rolle spielen.

Wer an sich selbst solche gesundheitlichen Beschwerden beobachtet, könnte den eigenen Milchkonsum einmal überdenken und beobachten. Manchmal hilft auch ein vorübergehender Verzicht und die vorsichtige Wiedereinführung qualitativ hochwertiger Milchprodukte zu einem späteren Zeitpunkt. Insbesondere bei Darmbeschwerden ist das Verfahren so sinnvoll.

Gesündere Alternativen

Vielen Menschen fällt es schwer, sich von Milchprodukten zu verabschieden. Ich kann das gut verstehen. Ich liebe Käse und auch Butter.

Als gesunde Alternative zur Kuhmilch gelten derzeit Hafer- und Mandelmilch, aber auch Ziegenmilchprodukte, wie Ziegenkäse oder auch Ziegenjoghurt, werden aktuell als unbedenklich eingestuft. Übrigens schmeckt letzterer überhaupt kein bisschen nach Ziege. Mit Sojamilch und anderen Sojaprodukten solltest du ebenfalls aufgrund der Phytoöstrogene (Pflanzen-Östrogene) eher vorsichtig umgehen.

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