Endlich ist es wieder so weit. Der Kollege am Nachbartisch spricht durch die Nase, die Kinder bringen jede Woche einen neuen Erkältungsvirus mit aus dem Kindergarten und im Bus traut man sich kaum noch die Haltestangen anzufassen. Die Erkältungszeit ist im vollen Gange. Seit die gängigen Erkältungsmittelchen aus dem Chemielabor nicht mehr zu den Kassenleistungen gehören, schauen auch viele Deutsche wieder genauer, was bei Erkältung eigentlich auf natürlichem Wege hilft. Und da hat Mutter Natur so einiges zu bieten. Zum Schluss geht es bei Erkältung ja nicht um Kälte, sondern um einen stinknormalen Virus, gegen den tatsächlich das ein oder andere Kraut gewachsen ist. Also was hilft?

Gewürztees: Oregano, Majoran und Thymian

oregano-erkaeltungenDas ist mein absoluter Favorit und Geheimtipp. Oregano, Majoran und Thymian sind seit jeher in der Pflanzenheil- und Gewürzkunde beliebt. Ihre antibakterielle Wirkung entfalten sie vor allem als frisch aufgesetzte Kräutertees. Dazu einfach ein bis zwei frische Stängel des jeweiligen Gewürzes mit dem Küchenmesser hacken und mit Wasser in einem Teesieb aufgießen (oder nachher abseihen). 2-3 Tassen am Tag vertreiben die Erkältung im Nu. Thymian ist als Erkältungsmittel weit verbreitet, seine krampflösende und antibakterielle Wirkung schafft Erleichterung bei Husten (und übrigens auch bei Menstruationsbeschwerden).

Am besten eignen sich frische Kräuter in möglichst guter Qualität (nicht unbedingt vom Discounter). Wer keinen Balkon oder keinen Garten hat, kann aber auch auf gefriergetrocknete Kräuter zurückgreifen.

Vorsicht ist nur für Schwangere geboten, da Oregano und Majoran wehentreibend wirken kann. In der Schwangerschaft bitte nur 1-2 Tassen pro Tag trinken.

Ingwer

ingwertee-mit-majoranSelbstverständlich kommen wir gerade im Winter an Ingwer nicht vorbei. Durch die enthaltenen ätherischen Öle (Gingerole und Shogaolen) wärmt Ingwer von innen und hat eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Außerdem regt es die Produktion von Verdauungssäften an, weshalb es auch gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird.

Am besten eignet sich Ingwer im Essen oder aufgekocht als Tee. Die ätherischen Öle lösen sich am besten, wenn die kleingeschnittene Ingwerwurzel in einem Topf mit Wasser für ca. 10 Minuten aufgekocht wird. Je länger der Tee kocht, desto stärker ist er. Anschließend in eine Teekanne geben und auf einem Stövchen warm halten. Wer mag, kann nach dem auskochen des Ingwers auch noch die obigen Gewürze dazu geben und das Ganze mit Zitrone abschmecken.

Für mich ist dieser Tee viel leckerer als jeder Erkältungstee aus der Apotheke und zudem bedeutend günstiger.

Zwiebel

ZwiebelnDer ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an Mamas Hustensaft in der Kindheit. Als Heilpflanze des Jahres 2015 sollte die Zwiebel hier also nicht fehlen. Die antibakterielle Wirkung der Zwiebel wird vor allem durch die schwefelhaltigen ätherischen Öle der frischen Zwiebel erzielt.

Und so bereitest du den Hustensaft zu:

Eine große Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit 6 EL Zucker oder Honig vermengen. In einer Schüssel abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 1-2 Stunden stehen lassen bis sich der erste Saft bildet.

Wer es etwas eiliger hat, kann die Zwiebel auch mit Zucker und etwas Wasser bei niedriger Hitze 10-15 Minuten köcheln lassen und die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen.

Wer unbedingt auf Zucker und Honig verzichten muss, kann die Zwiebel auch mit Wasser so aufkochen. Schmeckt halt nicht so toll 😉 Oder du versuchst es mit dem nächsten Tipp.

Bei Ohrenschmerzen

Eine aufgeschnittene rohe Zwiebel hilft übrigens auch bei Ohrenschmerzen. Einfach die Zwiebel würfeln und in ein Küchentuch einwickeln und aufs Ohr legen. Mit einem Stirnband oder einem Tuch fixieren. Das Küchentuch sollte an der Stelle

Ätherische Öle

gurgeln-erkaeltungDas Thema ätherische Öle ist für mich noch relativ neu und ich probiere mich gerade durch das Sortiment. Da ich am letzten Samstag selbst mit Halsweh und einem schmerzenden Brustkorb aufgewacht bin, habe ich also auch die ätherischen Wunderwaffen direkt ausprobiert und war begeistert. Besonders die Gurgellösung (siehe unten) hat es mir angetan. Die Schmerzen und das unangenehme Gefühl in der Brust waren schon nach dem ersten Schluck komplett weg. Die Wirkung hielt für 4-5 Stunden an.

Teebaumöl

Teebaumöl ist in Australien ein bewährtes und beliebtes Erste-Hilfe-Öl gegen alle möglichen Erkrankungen. Die Soldaten im zweiten Weltkrieg hatten es sogar in ihrer persönlichen Erste-Hilfe-Box. Besonders beliebt ist es heute bei Hauterkrankungen und Akne wegen seiner antibakteriellen und antimykotischen (gegen Pilze) Wirkung. Es hält sich ewig und ist fast überall zu haben, trotzdem solltest du immer auf 100% naturreine Öle achten.

Gurgellösung mit Teebaumöl

  • 1 Glas Wasser
  • 5 Tropfen Teebaumöl
  • 1 EL Apfelessig

3 Mal täglich schluckweise mit der Lösung gurgeln.

In der Duftlampe

Zur Reinigung der Luft und zur Befreiung der Atemwege kann man 3 Tropfen Teebaumöl und 3 Tropfen Zitronenöl mit etwas Wasser in einer Duftlampe oder einem Duft-Vernebler verdampfen.

Eukalyptus- und Pfefferminzöl

Die Klassiker der Aromatherapie bei Erkältungen und Bronchitis sind aber Eukalyptus- und Pfefferminzöl. Die meisten Erkältungsmittel, die du klassischerweise in der Apotheke kaufst, basieren darauf (Pinimenthol, Gelomyrtol etc.). Du kannst sie auch als 100% naturreine, ätherische Öle kaufen und damit z.B. inhalieren (5-10 Tropfen auf eine Schüssel heißes Wasser) oder sie mit Kokosöl oder Mandelöl vermengt als Einreibung nutzen. Das ist nicht nur günstiger, sondern du sparst dir auch eine Menge Zusatzstoffe, die man zur Haltbarmachung benötigt. Auch als innerliche Anwendung (3-6 Tropfen auf ein Glas warmes Wasser) ist zur Förderung der Schleimlösung und zur Entkrampfung möglich. Wenn du keine Erfahrung mit ätherischen Ölen hast, beginne immer mit einer geringen Menge. Ätherische Öle sind hochpotente Substanzen und für Unerfahrene mit Vorsicht zu nutzen.

Zum Schluss: Brühe und ausreichend Ruhe

Über Hühnerbrühe oder Knochenbrühe als erste Hilfe bei Erkältungen müssen wir ja sicher nicht reden. Brühe stärkt durch die enthaltenen Aminosäuren die Funktion der Darmschleimhaut (im Darm sitzen 60-80% unseres Immunsystems) und fördert so die Regeneration. Außerdem brauchen wir die Aminosäuren für sämtliche Reparaturprozesse im Körper.

Wen es mit Kopfschmerzen und Fieber erwischt hat, der gehört ins Bett und nicht ins Büro. Egal was da ist, dein Körper braucht jetzt Ruhe, um sich auf die Abwehr der Viren und Bakterien konzentrieren zu können. Viel schlafen und zwischendurch etwas unterhaltsames lesen oder ein Hörbuch anhören, reicht völlig aus. Geh ruhig auch eine Runde in der Natur spazieren oder nimm ein warmes Bad und kuschel dich dann wieder ins Bett. So sollte die Erkältung oder der grippale Infekt in kürzester Zeit wieder vorbei sein.

Last, but not least gilt die Hausregel: eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage. Da führt trotz allem kein Weg dran vorbei.

 

Updated: 24. September 2016