Fast jeder fünfte Deutsche leidet mittlerweile unter Allergien und Heuschnupfen. Besonders jetzt im Frühjahr, wenn die Pollen wieder fliegen, tropft die Nase und die Augen schwellen zu. Für Allergiker ist das eine echt anstrengende Phase. Dabei sollten wir uns doch eigentlich über das frische Grün im Frühjahr freuen?!

Auch wenn die heutigen schulmedizinisch verordneten Medikamente wie Kortison oder Antihistaminika bereits weniger Nebenwirkungen haben, rufen sie bei vielen Menschen dennoch Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Benommenheit hervor. Die dauerhafte Einnahme von Antihistaminika ist außerdem kritisch zu sehen. Neuere Studien haben gezeigt, dass sie im Verdacht stehen, das Risiko an Alzheimer zu erkranken, zu steigern.

Was ist eine Allergie?

Wenn du Allergiker bist, weißt du bereits wie eine Allergie funktioniert. Im Wesentlichen ist sie eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Eiweißbestandteile. Beim Heuschnupfen reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auf die Eiweißbestandteile der Pollen von Bäumen und der Blüten von Gräsern. Bei der Pollenallergie werden in erster Linie die Entzündungsbotenstoffe Histamin und Leukotriene ausgeschüttet, die dann zu den klassischen Beschwerden führen.

Den Allergenen aus dem Weg zu gehen, gelingt vor allem im Frühjahr nur bedingt. Zwar hilft es

  • die Fenster zu schließen,
  • Pollenschutzgitter an den Fenstern anzubringen,
  • abends die Haare zu waschen und
  • die Nase täglich mit einem sogenannten Nasenkännchen mit Salzwasser zu spülen,

aber auch diese Maßnahmen schränken die Lebensqualität spürbar ein und helfen nur bedingt.

8 natürliche Tipps bei Allergien

Da ich selbst Allergiker bin, weiß ich wovon ich spreche. Ich habe viele Jahre nur mit Antihistaminika und Nasenspray in der Tasche das Haus verlassen. Ich bin Hausstauballergikerin, weshalb die Problematik für mich das ganze Jahr aktuell ist. Mittlerweile habe ich meine Allergien allerdings gut unter Kontrolle. Deshalb gebe ich dir hier einen Überblick über die Maßnahmen, die bei mir funktioniert haben.

Kreuzallergene vermeiden

Bei vielen Pollenallergikern bestehen neben der reinen Pollenallergie, auch Kreuzallergien auf assoziierte Nahrungsmittel. Das sind Lebensmittel, die oft eine botanische Verwandtschaft zu den Allergieauslösern haben bzw. deren Eiweiße eine ähnliche Struktur aufweisen. Besonders in der Pollenflugzeit lohnt es sich auf diese Lebensmittel zu verzichten um das Immunsystem nicht zusätzlich zu aktivieren. Sie haben außerdem eine ungünstige Auswirkung auf deine Darmgesundheit.

Übrigens machen diese Lebensmittel im gekochten bzw. gedünsteten Zustand manchmal weniger Probleme. In nachfolgender Tabelle kannst du die assoziierten Lebensmittel, die für dich zutreffen könnten, ablesen.

Birkenpollen Pollen: Buche, Eiche, Erle, Hasel, Sellerie/ Beifuß
Nahrungsmittel:
Haselnuss, Mandel, Apfel, Birne, Aprikose, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Litschi, Kirschen, Kiwi, Pfirsich, Quitte, Zwetschgen
Beifußpollen Pollen: Birke, Chrysantheme, Kamille, Löwenzahn, Sonnenblume, Traubenkraut (Ragweed)
Nahrungsmittel: Sellerie, Karotte, Kartoffel, Kiwi, Gurke, Tomate, Melone, Artischocke
Gewürze: Anis, Koriander, Curry, Estragon, Zimt, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Wermut
Eschenpollen Pollen: Oliven, Flieder, Liguster, Forsythie
Gräserpollen Ruchgras, Wiesenlieschgras, Knäuelgras, Raygras (-> Ananas)
Getreide: Roggen
Getreidepollen Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen
Gräserpollen: Weidelgras
Nahrungsmittel: Getreidemehl
Olivenpollen Ananas, Ascorbinsäure, Gräser, Liguster, Meerrettich

Immunsystem stärken

Auf den ersten Blick scheint es zwar, dass ein noch stärkeres Immunsystem zu schlimmeren Reaktionen führen dürfte, aber dem ist nicht so. Es ist sehr wichtig das Immunsystem zu stärken. Das kannst du mit folgenden Maßnahmen tun:

Verzicht auf Alkohol und Nikotin

Alkohol und Nikotin schwächen das Immunsystem und verstärken allergische Reaktionen. Auch Passivrauch, Duftstoffe, Parfum und Raumdüfte wirken sich bei vielen Allergikern ungünstig aus.

Vitamin C-Zufuhr steigern

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Vitamin C und dem Histaminspiegel im Körper. Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Zufuhr von Vitamin C allergische Symptome deutlich verringern kann. Der Grund dafür ist, dass der Körper Vitamin C benötigt, um Histamin effektiv abzubauen. Vitamin C kann als (möglichst natürliches!) Nahrungsergänzungsmittel während der Pollenzeit genommen werden. Besser ist es für Allergiker langfristig mehr Vitamin C-haltige Lebensmittel zu essen. Besonders viel Vitamin C ist enthalten in:

  • Zitrusfrüchten
  • Blumenkohl
  • Fenchel
  • Rosenkohl
  • Paprika
  • Grünkohl
  • schwarzen Johannisbeeren

Mehr Zink

Zink wirkt ebenfalls stärkend und stabilisierend auf unser Immunsystem. Bei Allergikern kann hat man festgestellt, dass die Zink-Konzentration im Körper oft zu niedrig ist. Es kann ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen oder vorzugsweise vermehrt in die Ernährung eingebaut werden. Zink ist insbesondere in den folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • Sonnenblumenkerne
  • Paranüsse
  • Käse
  • Linsen
  • Leber und Rindfleisch
  • Kakao
  • Eigelb

Die meisten dieser Lebensmittel liefern zusätzlich viele B-Vitamine, die zu einer Stärkung des Immunsystems und einer Linderung allergischer Symptome führen können.

Darmgesundheit stärken

Der größte Teil unseres Immunsystems, nämlich 80 %, sitzt in unserem Darm. Eine gestörte Darmflora oder ein durchlässiger Darm (leaky gut) können deshalb Allergien verstärken. Ein vermehrter Verzehr präbiotischer und probiotischer Lebensmittel hilft die Darmflora zu stärken. Zudem sollten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgetestet werden und Kreuzallergene konsequent gemieden werden. Alles was nicht gut für den Darm ist, ist auch nicht gut für unser Immunsystem. Je gesünder der Darm ist, desto weniger Allergiesymptome wirst du auch haben. Je nach Schwere der Allergien bedeutet das unter Umständen auch zwischenzeitlich auf Getreide und Zucker vollständig zu verzichten. Ein gesunder Darm ist kein Quick-Fix. Zugegeben, es kann bis zu einem Jahr dauern und einschneidende Veränderungen erfordern. Aber es hilft – und zwar ohne Nebenwirkungen.

Erfahre hier mehr über einen gesunden Darm.

Vorübergehender Verzicht auf histaminreiche Lebensmittel

Als Allergiker hast du bereits ausreichend Histamin im Blut. Deinem Körper fällt es schwer mit dem Abbau nachzukommen, wodurch die typischen Allergiesymptome auftreten. Histamin ist außerdem in den meisten Lebensmitteln enthalten. Besonders reich an Histamin sind gereifte Lebensmittel wie alter Käse und Weine, aber auch Erdbeeren oder Tomaten, Kaffee und Kakao.

Zudem gibt es Lebensmittel, die Histamin aus den Mastzellen im Darm freisetzen. Dazu gehört beispielsweise Sekt. Um die Symptome in der Heuschnupfenphase zu minimieren, solltest du auf diese Lebensmittel soweit es geht verzichten.

Eine vollständige Liste histaminhaltiger Lebensmittel findest du bei der Schweizerischen Interessengemeinschaft
Histamin-Intoleranz (SIGHI).

Intermittierendes oder kurzzeitiges Fasten

Fasten hilft das Immunsystem zu stärken. Das wissen wir schon lange. Forscher der University of Southern California haben in neuerlichen Studien jedoch herausgefunden, dass zwei- bis viertägiges Fasten das Immunsystem sogar gänzlich erneuern kann. Fasten bedeutet nicht unbedingt überhaupot nichts zu Essen. Besonders wichtig ist selbstverständlich das Trinken. Um gleichzeitig den Darm und den Aufbau der Darmschleimhaut zu unterstützen, kannst du die Tage ohne feste Nahrung mit Knochenbrühe ergänzen. Sie liefert dir wichtige Aminosäuren für die Regeneration deiner Darmschleimhaut und deines Immunsystems.

Vollständiges Fasten ist dir zu viel? Auch intermittierendes Fasten über mehrere Stunden am Tag kann ein Weg sein, das Immunsystem zu unterstützen.

Fazit

Bei der langfristigen natürlichen Behandlung von Allergien, sollte die Darmgesundheit im Zentrum stehen. Erst wenn der Darm und die Darmflora gesund sind, können sich die Reaktionen des Immunsystems normalisieren. Zur kurzfristigen Verbesserung von Allergiesymptomen sind möglichst hochwertige und natürliche Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C, Zink und B-Vitaminen zu empfehlen. Damit kann bei vielen auch die Einnahme von Antihistaminika reduziert werden.