Mit voller Power steht dieser Tage der Frühling vor der Tür. Die Sonnenstrahlen wärmen und das Grün an Baum und Strauch explodiert förmlich. Jetzt ist genau die richtige Zeit um die ersten Wildkräuter für einen schmackhaften und gesunden Grünen Smoothie oder einen Wildkräutersalat zu sammeln. Schon seit Jahrhunderten werden bestimmte Kräuter zur Stärkung gesammelt und eingesetzt. Jeder, der es selbst einmal ausprobiert hat und Wildkräuter gesammelt hat, weiß um die belebende Kraft, die uns diese ersten Frühlingsboten liefern. Hier sind 5 Wildkräuter, die du auch gut im grünen Smoothie oder als Ergänzung zum Salat verwenden kannst.

5 Wildkräuter für Grüne Smoothies und Wildkräuter-Salate

Entgiftend: Löwenzahn

Der Löwenzahn enthält jede Menge Bitterstoffe, Schleimstoffe, Kumarine, Inulin und Karotinoide, die sich reinigend und anregend in unserem Stoffwechsel auswirken. Dank dieser Inhaltsstoffe, regt der Löwenzahn die Leber und die Galle an, wirkt verdauungsfördernd, entlastend auf die Lymphe. Leicht Beschwerden bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege lassen sich positiv beeinflussen, da er auch entwässernd wirkt. Löwenzahnknospen kannst du auch in Öl anbraten, mit etwas Salz würzen und zum Salat oder als Snack genießen.

Für reine Haut: Gänseblümchen

Das Gänseblümchen lässt müde Haut erstrahlen. Traditionell wurde es durch seine vitalisierende Kraft bei seelischer und körperlicher Erschöpfung eingesetzt. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe, Schleimstoffe und ätherischen Öle wirken Blut reinigend, entzündungshemmend, gewebsstraffend und hautklärend. Sie fördern den Hautstoffwechsel und regen die Hautregeneration an, was insbesondere bei Hautausschlägen interessant sein dürfte. Auch bei Kopfschmerzen und Schwindel findet das Gänseblümchen als Tee ihre Anwendung.

Die Blüten schmecken leicht süßlich und passen deshalb auch gut in den Salat. Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der Rosette. Die Knospen und die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussartig; die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, weshalb sie besser in den Salat passen. Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als Kapernersatz verwendet.

Vorsicht: manch empfindsamer Zeitgenosse reagiert mit allergischen Reaktionen auf das Gänseblümchen. Daher empfehle ich, ein Blättchen oder eine Blüte erst so zu kosten und mindestens einen Tag abzuwarten ob sich eventuelle Hautreaktionen zeigen, bevor eine ganze Ration im Smoothie landet.

Vitaminbombe Vogelmiere

Die Vogelmiere verbreitet sich in Gärten und auf Wiesen sehr schnell, weshalb viele Gärtner sie rabiat entfernen. Die Vogelmiere ist aber keineswegs Unkraut, bereits 50 Gramm Vogelmierensalat entsprechen in etwa dem Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen auf einmal verspeist werden.

Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt. In der Naturheilkunde findet es vielfältige Anwendung. So wird ein Extrakt der frischen Pflanze zur Behandlung von Rheumatismus und Gelenkschmerzen verwendet. Sie hat außerdem eine hohe antioxidative Kraft und kann deshalb im Frühling ruhig etwas öfter auf dem Speiseplan stehen.

Bei Gelenkschmerzen: Giersch

Auch der Giersch (auch Dreiblatt oder Zipperleinskraut genannt) ist bei Gärtnern nicht besonders beliebt, da er sich mit langen Wurzeln unter der Erde weit verzweigt und ständig neu austreibt. Dabei hat er eine lange Tradition als Heilmittel. Im Mittelalter wurde er sogar am Königshof gern serviert, da er sich bei Gicht gut bewährte.

Er enthält viel Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen und soll auch gegen Rheuma und Arthritis, krampflösend, entgiftend und blutreinigend wirken. Da keine Belege für die genannten Indikationen gefunden wurden, wird der Giersch in neuen Arzneibüchern nicht mehr aufgeführt.

Giersch kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Die Blätter eignen sich gut als Wildkraut im Smoothie oder können als Aufguss für Umschläge bei Gelenkschmerzen verwendet werden. Die bitteren Stängel und Blüten kommen eher nicht auf den Teller oder in den Smoothie.

Königin der Reinigung: Brennnessel

Die Brennnessel ist eines der bekanntesten und wichtigsten Wildkräuter bei uns. Keine Frühjahrs- oder Detox-Kur kommt ohne sie aus. Sie ist reich an Vitamin A, B, C und E, Kalium, Eisen, Chlorophyll, Carotinoide und Kieselsäure. In den Brennnesselsamen ist fettes Öl und reichlich Linolsäure enthalten. Durch diese besondere Kombination ihrer Inhaltsstoffe wirkt sie blutreinigend und entschlackend auf unseren Stoffwechsel und stärkt das Immunsystem.

Als Heilpflanze wird sie unter anderem bei Harnwegsstörungen eingesetzt, da sie über eine durchspülende Wirkung verfügt und sich Gelenkschmerzen somit bessern lassen. Auch bei Rheuma, Bluthockdruck und Gicht kommt sie zum Einsatz. Des Weiteren unterstützt sie den Verdauungstrakt und lindert Durchfall als auch Verstopfung. Selbst bei Neurodermitis, Allergien und Ekzemen kann sie ebenfalls begleitend eingesetzt werden. Sie ist eine wunderbare Zutat für Grünen Smoothies, aber auch Suppen und Saucen lassen sich mit ihr verfeinern.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Grundsätzlich können die Blätter und Blüten der Wildkräuter für den Smoothie und den Salat verwendet werden. Lediglich auf die Wurzeln sollte man beim Smoothie verzichten. Die Wurzeln vom Löwenzahn können aber gut geputzt und gedünstet, gegessen werden. Die Wurzeln der anderen Kräuter sind für den Verzehr eher ungeeignet.

Beim Sammeln von Wildkräutern gilt: nichts essen was du nicht einwandfrei identifizieren und bestimmen kannst. Gerade beim Giersch gibt es gemeine und giftige Doppelgänger.

Es gilt immer: lieber vom Zweifel als von Leid geplagt!

Auf wildpflanzenliebe.de kannst du Führungen in deiner Nähe finden, die dich mit wilden Kräutern vertraut machen können.

Essbare Wildpflanzen (Basiswissen für draußen)
  • Hartmut Engel, Iris Kürschner
  • Herausgeber: Conrad Stein Verlag
  • Auflage Nr. 8 (30.05.2017)

 

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