Wenn es unserer Haut nicht gut geht, dann fühlen wir uns meist auch nicht wohl in ihr. Die Haut zeigt wie kein anderes Organ nach außen wie es uns geht und wie fit und gesund wir sind. Wer es mit Akne oder Ausschlägen zu tun hat, leidet deshalb doppelt. Nicht nur, weil man sich selbst nicht schön findet, wenn das Gesicht blüht oder weil die Haut unerträglich juckt. Sondern auch, weil unsere Mitmenschen bei unschöner Haut oft verstört reagieren, Angst vor Ansteckung haben oder vielleicht sogar glauben, dass man die Grundregeln der Hygiene nicht im Griff hat.

5 Tipps f[r gesunde Haut

Dabei können wir mit unserem Lebensstil viel für unsere Hautgesundheit tun, denn Akne und Co. haben meist eine Ursache im Darm, die positiv zu beeinflussen oder sogar ganz abzustellen ist. Deshalb sollte das Thema Darmgesundheit auch bei Hauterkrankungen im Mittelpunkt stehen.

  1. Fasten

Zuerst klingt es vielleicht kontraproduktiv auf Nahrung zu verzichten um die Haut zu nähren, aber Heilfasten und auch andere Fastenmethoden bieten die Möglichkeit den Darm für einen begrenzten Zeitraum zu entlasten um anschließend die Darmflora zu erneuern.

Es spielt dabei nicht unbedingt eine Rolle ob Du ganz auf Nahrung verzichtest oder eine sanftere Form wie das Basenfasten wählst. Hauptsache Du entlastest Deinen Darm für eine gewisse Zeit, hungerst die schlechten Bakterien, eventuelle Hefen und Pilze aus und sorgst dann für eine gute Neubesiedlung mit einer Kombination aus Pro- und Präbiotika.

Besonders bei atopischen Ekzemen hat sich Fasten als probates Mittel bewährt und wird in einigen naturheilkundlichen Hautkliniken eingesetzt. Auch die Kombination aus Fasten mit traditionellen Kräuterteekuren und Akkupunktur soll sich positiv auf die Hautgesundheit auswirken.

  1. Iss mehr Gemüse

Gemüse ist essentiell um unsere guten Bakterien im Darm bei Laune zu halten. Es enthält viele Ballaststoffe und manches auch resistente Stärke. Beides wird von den guten Bakterien mit Vorliebe verzehrt und von den nicht so guten Bakterien und Pilzen verschmäht.

Fermentiertes Gemüse, wie beispielsweise (nicht pasteurisiertes) Sauerkraut oder auch Kimchi sorgen außerdem für Nachschub an guten Bakterien. Schon vor 100 Jahren hat man Milchsäurebakterien erfolgreich zur Behandlung von Akne eingesetzt[1], [2]. Fermente enthalten Milchsäurebakterien, die wichtig sind für unsere Haut- und unsere Darmgesundheit.Salatgemüse

Die allgemeine Empfehlung lautet 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag. Das sind insgesamt etwa 400g an pflanzlicher Nahrung. Je mehr Du aber in Deiner Ernährung integrieren kannst, desto besser. An Gemüse kann man kaum zu viel bekommen.

  1. Reduziere die glykämische Last

Es ist zwar noch nicht 1000%ig sicher, aber gerade Akne scheint laut zahlreicher wissenschaftlicher Studien besonders im Erwachsenenalter mit einer Ernährung reich an einfachen Kohlenhydraten, wie wir sie in Zucker oder Weißmehlen finden, zusammenzuhängen[3]. Einfache Kohlenhydrate werden in Form von Zucker verstoffwechselt und sorgen für einen schnellen Anstieg von Insulin im Blut. Insulin wiederrum steuert als Masterhormon eine ganze Reihe von anderen Prozessen, wie z.B. die Produktion von Testosteron, was wiederum Akne begünstigt[4].

Außerdem bieten einfache Kohlenhydrate wie Zucker und Weißmehl den idealen Nährboden für weniger erwünschte Bakterien, Hefen und Pilze im Darm und im Rest des Körpers. Sie leben quasi davon. Und nicht selten ist ein fröhlich florierender Candida Pilz die Ursache für unliebsame Pickel oder juckende Ausschläge[5].

  1. Entspann Dich

Beautiful woman doing yogaDer Volksmund sagt, dass die Haut der Spiegel unserer Seele ist. Ist es in uns drin nicht hübsch aufgeräumt, können wir im Außen nicht strahlen. Die meisten kennen das. Haben wir Stress wirken wir oft fahl und blass. Haben wir hingegen einen wunderbaren Tag erlebt, strahlen wir förmlich vor Glück. Stress hat so vielfältige Auswirkungen auf unsere Gesundheit, dass es gar nicht oft genug gesagt werden kann. Stress hat negative Auswirkungen auf unseren Darm, macht ihn durchlässiger für Allergene und Pathogene, was sich nicht selten auf der Haut wiederspiegelt[1], [2], [6]–[8].

Nimm Dir Zeit für Dich, für Dinge, die Dir Spaß machen, die dich entspannen. Setz Dich mit Deinen Ängsten und Sorgen auseinander. Sie werden nur größer, wenn Du sie immer wieder verdrängst und wegschiebst.

Meditation und Yoga sind hervorragende Methoden um Stress mit wenig Zeitaufwand deutlich zu reduzieren, Platz im Kopf zu schaffen und so auch Kraft für neue Vorhaben zu tanken.

  1. Hör auf zu rauchen

Rauchen lässt die Haut schneller altern und fahl aussehen. Rauchen verengt die Gefäße, die unsere Haut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und sie durchblutet. Das hat zur Folge, dass die Haut nicht nur zu wenige Nährstoffe, sondern auch zu wenig Sauerstoff aus dem Blut bekommt. Rauchen trägt außerdem zur schnelleren Zerstörung von Collagen und Elastin bei. Beides ist für die Spannkraft der Haut zuständig, die bei Rauchern im Laufe des Lebens schneller nachlässt als bei Nichtrauchern. Außerdem konnten Studien zeigen, dass Rauchen sich negativ auf unsere Darmgesundheit auswirkt indem es die Zusammensetzung der Bakterien in unserem Darm verändert[9].

Eine noch so gesunde Ernährung hilft also nichts, wenn weiter geraucht wird. Der beste Tipp für ein frisches und jugendliches Aussehen ist es deshalb wohl mit dem Rauchen aufzuhören.


Referenzen

[1]      W. P. Bowe and A. C. Logan, “Acne vulgaris, probiotics and the gut-brain-skin axis – back to the future?,” Gut Pathog., vol. 3, no. 1, p. 1, Jan. 2011.

[2]      W. Bowe, N. B. Patel, and A. C. Logan, “Acne vulgaris, probiotics and the gut-brain-skin axis: from anecdote to translational medicine.,” Benef. Microbes, vol. 5, no. 2, pp. 185–99, Jun. 2014.

[3]      R. C. Reynolds, S. Lee, J. Y. J. Choi, F. S. Atkinson, K. S. Stockmann, P. Petocz, and J. C. Brand-Miller, “Effect of the glycemic index of carbohydrates on acne vulgaris,” Nutrients, vol. 2, pp. 1060–1072, 2010.

[4]      Cordain, The Dietary Cure for Acne‎. 2006.

[5]      A. R. Khosravi, A. N. Bandghorai, M. Moazzeni, H. Shokri, P. Mansouri, and M. Mahmoudi, “Evaluation of Candida albicans allergens reactive with specific IgE in asthma and atopic eczema patients.,” Mycoses, vol. 52, no. 4, pp. 326–33, Jul. 2009.

[6]      T. Vanuytsel, S. van Wanrooy, H. Vanheel, C. Vanormelingen, S. Verschueren, E. Houben, S. Salim Rasoel, J. Tόth, L. Holvoet, R. Farré, L. Van Oudenhove, G. Boeckxstaens, K. Verbeke, and J. Tack, “Psychological stress and corticotropin-releasing hormone increase intestinal permeability in humans by a mast cell-dependent mechanism.,” Gut, vol. 63, no. 8, pp. 1293–9, Aug. 2014.

[7]      S.-X. Wang and W.-C. Wu, “Effects of psychological stress on small intestinal motility and bacteria and mucosa in mice.,” World J. Gastroenterol., vol. 11, no. 13, pp. 2016–21, Apr. 2005.

[8]      B. Luo, D. Xiang, D. C. Nieman, and P. Chen, “The effects of moderate exercise on chronic stress-induced intestinal barrier dysfunction and antimicrobial defense.,” Brain. Behav. Immun., vol. 39, pp. 99–106, Jul. 2014.

[9]      R. Bringiotti, E. Ierardi, R. Lovero, G. Losurdo, A. Di Leo, and M. Principi, “Intestinal microbiota: The explosive mixture at the origin of inflammatory bowel disease?,” World J. Gastrointest. Pathophysiol., vol. 5, no. 4, pp. 550–9, Nov. 2014.

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