Mit Lebensmitteln lässt sich viel Geld verdienen. Mit noch mehr Lebensmitteln lässt sich noch mehr Geld verdienen. Je mehr du isst, desto mehr kann man dir auch verkaufen. Erstaunlich viele Lebensmittelhersteller nutzen diesen Effekt, der durch ein auf und ab deines Blutzuckerspiegels hervorgerufen wird. Die folgenden 5 Lebensmittel werden von vielen Menschen als gesund eingestuft. In Wahrheit sind sie aber der Grund dafür, dass du ständig hungrig bist.

Fettarme und fettfreie Produkte

Hmmm MilchDer Kampf gegen Fett ist die größte Lüge in der Geschichte der Ernährungswissenschaften. Über 40 Jahre erzählt man uns nun, dass Fett ungesund und einer der Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Die Folge ist, dass wir immer dicker werden und sämtliche ernährungsbedingten Krankheiten auf dem Vormarsch sind. Warum? Die Lebensmittelindustrie hat diese Lüge umgesetzt und sämtliche natürlichen Fette aus ihren Produkten entfernt. Das Problem ist, dass ohne Fett nichts mehr schmeckt. Also wird den Produkten ein großer Löffel Zucker hinzugefügt.

Die Wahrheit ist, dass selbst gesättigte Fettsäuren harmlos sind[1]. Sie haben keine Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel, der in irgendeiner Weise zu Arteriosklerose oder ähnlichem führt. Vielmehr wissen wir heute, dass Zucker (einfache Kohlenhydrate) die Ursache für viele Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ II, metabolisches Syndrom und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist [2].

Verträglichkeit vorausgesetzt, kannst du also beruhigt zu Vollfett-Joghurt oder Quark und auch Vollfett-Milch greifen ohne befürchten zu müssen, dass du davon dicker wirst. Der einzige Effekt, den Vollfett-Produkte haben, ist, dass du länger satt bist.

Übrigens: Finger weg von Fruchtjoghurt oder Joghurt mit irgendeinem anderen Geschmack. Da sind keine Früchte drin, sondern Aroma und Zucker. Kauf dir lieber ein Stück frisches Obst oder ein paar frische (oder tiefgekühlte) Beeren und rühre den Joghurt selbst an. Das gilt übrigens auch für Soja-Produkte!

Fruchtsäfte

21 Zuckerwürfel gestapelt auf einem LöffelWas kann an einem schönen Glas Orangensaft schon schlecht sein? Nichts. Zumindest dann nicht, wenn es in der Orange bleibt und du die ganze Frucht isst. Fruchtsaft ist so gut wie Obst, nur ohne die guten Ballaststoffe. Übrig bleibt Wasser mit Fruchtzucker und ein paar Vitaminen und Mineralien. Ein kleines Glas davon ist ok, aber Fruchtsäfte sollten nicht als Durstlöscher herhalten[3].

Einige wenige Fruchtsäfte haben mit der Frucht auch gar nichts zu tun. Sie sind mit Aromen angereichertes und gezuckertes oder mit synthetischen Süßstoffen gesüßtes Wasser.

In (grünen) Smoothies sind übrigens die Ballaststoffe noch enthalten. Wenn du dein Obst also lieber trinkst, versuch’s doch mal mit einem Smoothie. In Maßen natürlich. Auch Smoothies sind zum Durst stillen nicht geeignet. Wenn dir stilles Wasser zu langweilig ist, versuche es doch mal mit einem (möglichst nicht-aromatisierten) Kräutertee oder Früchtetee. Auch ein paar Spritzer Zitrone oder ein paar Scheiben Gurken in einer Wasserkaraffe machen ein leckeres und gesundes, zuckerfreies Wasser.

Müsli

Müsli gehört zu den beliebtesten Frühstücksmahlzeiten in Deutschland, doch selbst die gesunden Bio-Müslis enthalten in der Regel sehr viel Zucker. Auch das Wort „Bio“ täuscht die meisten Verbraucher über diese Tatsache hinweg. 4-5 Zuckerwürfel auf 60g Müsli sind keine Seltenheit, sondern eher gang und gäbe. Es lohnt sich also bei Müslis und Frühstücksflocken das Kleingedruckte zu lesen und im Zweifel die Tüte im Supermarkt zu lassen. Denn wenn „gesund“ oder „vollwertig“ drauf steht, dann ist das Produkt es meistens nicht.

Eine gesunde und weniger kohlenhydrat- und zuckerhaltige Mahlzeit ist übrigens ein Haferbrei oder auch Overnight Oats. Die sind zudem besser zu verdauen, da die Phytinsäure im Hafer reduziert ist und die Flocken bereits eingeweicht sind. Für mich ein ideales Frühstück für die Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung.

Vollkorn-Produkte

Das ist kein Vollkornbrot!

Das ist kein Vollkornbrot!

Nur weil etwas braun aussieht und Vollkorn darauf steht, ist es noch lange nicht gesund. Die Tatsache, dass viele Menschen glauben, dass Vollkornprodukte braun sein müssen, wird von der Lebensmittelindustrie als Entschuldigung dafür genutzt, dem Brot oder Brötchen Malzsirup als Färbemittel hinzuzufügen. Malzsirup ist Zucker.

So isst du mit jedem Brötchen, dass ohnehin meist nur aus Auszugsmehlen, also chemisch betrachtet purem Zucker besteht, auch gleich noch etwas zusätzlichen Zucker. Das gleiche gilt bei den meisten Vollkorn-Nudeln.

Echte Vollkornprodukte sind keineswegs dunkelbraun, sondern haben eher eine hellgraue Farbe. Das klassische Graubrot ist ein Beispiel dafür.

Übrigens: Getreide und auch Vollkorn ist für den Menschen in der heutigen Verarbeitungsweise keineswegs gesund. Wenn du unter keinen Umständen auf Brot verzichten möchtest, dann suche dir einen Bäcker, der noch echtes Sauerteigbrot herstellt. Die Fermentierung von Getreide, die zur Herstellung von Sauerteigbrot notwendig ist, macht das Getreidekorn für den Menschen besser verträglich. Unsere Vorfahren wussten, warum sie diese Technik eingesetzt haben.

Salat-Dressings und Grill-Saucen

Der Sommer steht vor der Tür (hab ich gehört…)! Salat und unverarbeitetes, hochwertiges Fleisch sind die liebsten Gerichte an deutschen Grills. Dass in einer Flasche Ketchup 30 Stück Würfelzucker enthalten sind, wissen die meisten Menschen heute. Aber auch Salatsaucen und so gut wie alle Grill-Saucen enthalten viel Zucker, Transfette und meist einen ganzes Chemie-Labor von Konservierungsstoffen.

Eine gute Alternative zu Ketchup ist Tomatenmark und ein Salatdressing lässt sich mit nativem Olivenöl, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer ganz einfach selbst herstellen. Nach Geschmack kannst du auch noch Joghurt dazu geben. So hast du schnell und einfach ein leckeres Dressing ohne Konservierungsstoffe und zugesetztem Zucker.

Kennst du auch ein paar Zuckerfallen, auf die andere nicht hereinfallen sollen? Teile dein Wissen in den Kommentaren!

 


Referenzen

[1]      P. W. Siri-Tarino, Q. Sun, F. B. Hu, and R. M. Krauss, “Meta-analysis of prospective cohort studies evaluating the association of saturated fat with cardiovascular disease.,” Am. J. Clin. Nutr., vol. 91, no. 3, pp. 535–46, Mar. 2010.

[2]      K. L. Stanhope, J.-M. Schwarz, and P. J. Havel, “Adverse metabolic effects of dietary fructose: results from the recent epidemiological, clinical, and mechanistic studies.,” Curr. Opin. Lipidol., vol. 24, no. 3, pp. 198–206, Jun. 2013.

[3]      J. M. R. Gill and N. Sattar, “Fruit juice: just another sugary drink?,” lancet. Diabetes Endocrinol., vol. 2, no. 6, pp. 444–6, Jun. 2014.