Kaffee gehört für die meisten von uns einfach zum Tag. Irgendwann hat man damit angefangen und so richtig kommt man nicht wieder davon los. Im Durchschnitt trinken wir im Laufe unseres Lebens 77.000 Tassen und ungefähr 400ml am Tag. Für viele gehört dazu natürlich etwas Milch oder Zucker. Sonst schmeckt es einfach nicht, denn schwarzer Kaffee ist für die meisten keine Option.

So ging es mir auch, bis mir vor einigen Wochen von einem tollen Arzt mal wieder der Verzicht auf Milchprodukte nahegelegt wurde. Natürlich weiß ich, dass Milch für mich als Allergikerin zumindest ein schwieriges Lebensmittel ist, aber sie hatte sich heimlich, still und leise wieder in meinem Alltag eingeschlichen und nicht unbedingt dazu beigetragen, dass es mir besser ging. Also back to the roots und damit auch Schluss mit der Milch im Kaffee. Aber schmeckt das überhaupt? Mir ehrlich gesagt nicht allzu gut. Mittlerweile habe ich aber einige Kniffe gelernt und weiß, wie der Kaffee auch mir wieder schmeckt. Hier sind also meine Highlights und Kniffe für vollen Kaffeegenuss ohne Milch – und ich meine auch ohne Pflanzenmilch.

Kaffeesorten testen

Der Tipp kam gleich an einem der ersten Tage von der lieben Kollegin Julia Gruber. Kaffee ist nicht gleich Kaffee und es gibt natürlich wie bei jedem anderen Lebensmittel erhebliche Unterschiede in Geschmack und Qualität. Wenn dir dein schwarzer Kaffee nicht schmeckt, dann probiere ruhig mal verschiedene Sorten aus. Es muss nicht gleich der teuerste, handgeröstete sein, auch „normaler“ Kaffee kann ganz unterschiedlich schmecken. Das kann am Wasser liegen, das aus deiner Leitung kommt, an der Art der Zubereitung, dem Röstverfahren oder am Kaffee selbst. Wenn man einige Sorten durchprobiert, schmeckt man ganz schnell die Unterschiede, die einem mit Milch oder gar Zucker gar nicht so sehr auffallen. Übrigens merkte Julia auch an, dass Kaffee nicht jedem schmecken muss. Vielleicht trinkt man ihn ja nur wegen der Milch oder dem Zucker?

Salz im Kaffee

Salz im Kaffee? Warum nicht? Der Tipp kam von meinem Arzt und erfreute sich im Umfeld nicht allzu großer Begeisterung. Julia Tulipan meinte, das würde sie nie probieren und auch einige meiner Kollegen habe die Nase gerümpft. Trotzdem drehe ich zumindest im Büro über jedem Becher einmal die Salzmühle. Warum? Eine Prise Salz im Kaffeefilter war schon zu Uromas Zeiten ein Hausmittel gegen die Bitterstoffe im Kaffee. Etwas Salz macht den Kaffee also milder und geschmacklich runder. Auch hier kann man natürlich mit der Sorte rumspielen, aber Salz ist eine gute Option, wenn man keinen Einfluss darauf hat, wie etwa im Büro oder unterwegs.

Zimt, Kakao, Vanille oder Kardamon

Was im ersten Augenblick befremdlich ist, ist in anderen Regionen der Welt selbstverständlich: Kaffee mit Gewürzen. Es gibt eine ganze Reihe von Gewürzen, die man nutzen kann, um den Kaffee wohltuender schmecken zu lassen, ihm die Säure zu nehmen oder ihn bekömmlicher zu machen. Wie du sicher weißt, haben ja alle Gewürze auch eine Wirkung auf unseren Körper und das ist in Verbindung mit dem Genuss von Kaffee manchmal gar nicht so schlecht. Zimt stabilisiert zum Beispiel nachweislich den Blutzucker, während Kaffee über die Kortisol-anregende Wirkung von Koffein eher dafür sorgt, dass der Blutzucker geringfügig ansteigt. In Arabien oder Afrika bereitet man Kaffee gern mit Kardamom zu. Kardamom sorgt nicht nur für ein angenehmes Aroma, sondern regt auch die Bildung von Verdauungssäften in Mund, Magen und Leber an. Außerdem macht Kardamom gute Laune und entspannt die Muskulatur. Weitere Gewürze, die gut zum Kaffee passen sind Rohkakao, Vanille, Nelken und Piment. Bei manchen Gewürzhändlern findet man auch alles zusammen als Kaffeegewürz.

Fazit

Nach den ersten sechs Wochen ohne Milchprodukte ist mein Fazit, dass Kaffee ohne Milch überhaupt kein Problem ist. Ich bin kein Freund von Pflanzenmilch und Kokos mag ich auch nicht besonders gern. Mit den Gewürzen komme ich also wirklich gut zurecht. Mir ist aufgefallen, dass ich deutlich weniger Kaffee trinke als vorher. Die Theorie, dass ich nur so viel Kaffee trinke, weil mein Gehirn sich über die Exorphine in der Milch freut, ist für mich jetzt nicht mehr ganz abwegig. Nach sechs Wochen ohne Milch(produkte) bin ich nun wesentlich weniger müde – das war eigentlich mein Hauptanliegen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass meine Haut deutlich besser geworden ist. Und dafür probiere ich gern noch ein paar Kaffeesorten und Gewürze durch.